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Eine Diät die bei allen funktioniert? Oder warum manche Dick sind, andere nicht

Eine Diät die bei allen funktioniert? Oder warum manche Dick sind, andere nicht

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Eine Diät für alle – warum es sowas nicht gibt.

Momentan arbeite ich mich durch Eure F.A.Q (häufigste gestellte Fragen) , die mich per Mail, Kommentare und PNs auf den diversen Plattformen erreichen, auf denen ich vertreten bin. Viele von Euch wünschen sich ein einfaches, übersichtliches Diätkonzept mit festen Mengenangaben, Kalorien, Rezepten – einige sogar möchten wissen, wie viel % Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß sie täglich essen sollen.

Es gibt regelmäßig den Verbesserungsvorschlag, dass ich Mal einen Tagesplan von mir veröffentliche. Der ist sogar in Form eines Videos vorbereitet, das sich momentan wegen technischen Schwierigkeiten nicht hochladen lässt. (Hat einer ne Idee, was Quicktime 50 Fehler ist bzw. wie ich ihn weg bekomme?). Wie auch immer, ich habe den Wunsch nach einem Beispielplan eines Tages erfüllt, weil so viele sich das gewünscht haben – doch die Erfüllung dieses Wunsches macht mir große Bauchschmerzen. Vor einem Jahr hätte es mir Bauchschmerzen gemacht, doch jetzt – wo sich das Wissen Rund um Abnehmen und Ernährung noch mal erweitert hat, sind die Bauchschmerzen stark.

Was dem einen gut tut, ist für den nächsten gefährlich

Das Problem: ich weiß heute besser als jemals zuvor, dass etwas, was z.B. mir in meiner momentanen Lebensphase gut tut, für einen anderen möglicherweise bestenfalls nicht funktioniert und im schlechtesten Fall sogar schaden kann. Die Wünsche nach Richtwerten, also beispielsweise nach täglichen Kaloriengrenzen, nach Fettmengen, Kohlenhydratmengen und sozusagen mega genauer Anleitung sind total verständlich. Es gibt Sicherheit, es hilft gerade jenen, die sich überfordert fühlen mit den ganzen Informationen da draußen. Selbst wenn wir momentan unser Flatrate Diet Buch (per ebook) nicht verkaufen, weil ich es in ein “echtes” Buch verwandele, damit ihr es endlich ganz normal im Laden und aus Papier bekommt – ich möchte Euch das grundlegende Konzept hinter unserer Flatrate Diet noch Mal vor Augen führen.

Das Prinzip “Flatrate Diet”

Zunächst beginnen wir damit, was Flatrate Diet NICHT ist. Flatrate Diet ist keine klassische Diät. Das Wort “diet” kann man leger übersetzt als “Ernährungsweise” bezeichnen. Auch unser deutsches Wort “Diät” hat sich einfach nur so eingebürgert für das Abnehmen. Korrekterweise wäre Reduktionsdiät das richtige Wort dafür. “Flatrate” dürfte in der Internetgeneration absolut ein Begriff sein, und bei beherzten “all you can eat” Buffet Gängern ebenfalls. “Flatrate” bedeutet jedoch keineswegs, Du darfst in jedem Fall so viel Schokolade und Pizza essen, wie Du willst. Im Rahmen unseres Lebenskonzeptes bedeutet “Flatrate”, dass eben genau ohne feste Grenzen gelebt wird, die vom Programm vorgegeben sind – sondern dass man wieder lernt, auf seinen eigenen Körper zu hören und einen persönlichen Weg findet, sich eben diese wichtigen Fragen selbst zu beantworten “Wieviel kann ich täglich essen, wie viele Mahlzeiten brauche ich täglich, wie viele Kalorien darf ich, wie viele Kohlenhydrate darf ich, wie hoch soll der Fettanteil sein, wie viel Eiweiß brauch ich täglich, muss ich Frühstücken, kann ich das Abendessen ausfallen lassen etc. ” Die Flatrate Diet hilft Dir durch ihren Aufbau, Dich zu diesen Erkenntnissen hin zu tasten – und stellt Dir eine einfache Zählmethode für den Anfang zur Verfügung, um das in einem sicheren Rahmen zu tun. Kalorien müssen nicht gezählt werden, es reicht, wenn man zwei gesunde Hände hat und bis vier zählen kann.

Flatrate Diet startet nach einer Einstiegsphase zur Reinigung, die wir “clean eating” nennen.  (nach “It starts with food” – Whole 30) Die Reinigungsphase ist sehr wichtig und sollte diszipliniert wie eine Herausforderung zu Ende gebracht werden. Gerade für Neueinsteiger sind die Umstellungen in dieser Phase teilweise auf den ersten Blick “hart”: kein Getreide, keine Milchprodukte, keine Zucker, keine Süßstoffe, keine Sojaprodukte, keine Hülsenfrüchte (einschließlich Erdnüsse), kein Gluten (schreib ich extra dazu, weil dies als Backzutat in manchen Küchen vorhanden ist), keine Pflanzenöle mit Ausnahme von virginem Kokosöl, rotem Palmöl und bei unbedingtem Bedarf kleine Mengen Olivenöl oder Macadamiaöl. Keine Fertigprodukte, keine Geschmacksverstärker, keine Farbstoffe. Da stellt sich so manchem die Frage: was kann ich denn dann noch essen? Diese Frage ist auch ganz logisch, schließlich sind viele von uns viele Jahre und Jahrzehnte darauf geprägt, mit Brot, Reis und Nudeln, Pflanzenölen und Milchprodukten zu leben. Die Auswahl an Lebensmitteln, die zur Auswahl steht, ist dennoch größer als auf den ersten Blick. Frische Gemüse jeder Art, regionales Obst während der Saison, Eier, Fleisch und Fisch/Meeresfrüchte bringen die solide Basisauswahl. Als Fette stehen alle Arten von tierischen Fetten aus guten Quellen (möglichst Bio, grasgefüttert, Weidehaltung) auf dem Speiseplan, wobei während der Reinigungsphase auch Kerrygold Butter durch Ghee ausgetauscht werden sollte. (Ghee einfach selber machen – Video) Ungesüßte zusatzfreie Mandelmilch ist ein prima Milchersatz für Menschen, die ihren Latte Macciato brauchen und vor Butterkaffee noch zurück schrecken. (Butterkaffee Rezept stelle ich unten am Ende des Artikels ein).

Allgemeinwissen oder Allgemein-Dummheit?

Mir ist bewusst, dass es für viele Menschen aus ihrem “Allgemeinwissen” merkwürdig erscheint, auf die immer als gut beworbenen Pflanzenfette zu verzichten und dafür die “bösen” tierischen Fette zu essen, Vollkorn und Co. vom Speiseplan zu kicken und sich auch von “fettarm” zu verabschieden. Wer sich in der Tiefe für Antworten interessiert, dem lege ich “Why we get fat” von Gary Taubes,  das “It starts with food” der Hartwigs, “The vegeterian myth” **** von Keith Leirre oder auch gerne “The Art and science of low carbohydrate living” zu Herzen als kleine Erstauswahl, die hilft zu verstehen, warum die These, gesättigte Fette – tierische Fette – würden und dick und krank machen, nicht stimmt. Für den groben Überblick reicht es mir für diesen Artikel festzuhalten, dass es sich nie um mehr als eine These gehandelt hat, die wir nur seit guten 50 Jahren in einem groß angelegten, unkontrollierten Experiment an der Weltbevölkerung durchführen. Seit 50 Jahren ist Lowfat nun um uns herum, die Supermärkte sind voll von Margarinen, 0% Fett Joghurts, Süßigkeiten die mit 0% Fett beworben werden, Vollkornprodukte reihen sich Seite an Seite. Und, was hat es gebracht? Übergewicht wird tatsächlich zu einer Epidemie, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Schilddrüsenstörungen, Alzheimer, PCO Syndrom, Gicht – um nur eine kleine Auswahl an Krankheiten zu nennen, die mit großen Schritten auf dem Vormarsch ist. Selbstverständlich wird keinesfalls in Erwägung gezogen, dass die empfohlenen Grundprinzipien der Ernährung und die Auswahl der Lebensmittel damit etwas zu tun hat. Von offizieller Seite heißt es, es läge daran, die Menschen täten nicht, was ihnen gesagt wird. Sie wären faul.

Beobachtung in unserer Community: unsere “Krankheiten”

Interessant sind übrigens die Beobachtungen, die ich machen kann in unserer Community. Ich schließe da nicht nur das Forum mit ein, sondern auch unseren Youtube Kanal, der mittlerweile von 17 000 Menschen abonniert worden ist. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht von jemanden lese, dass ihn Diabetes Typ 2, PCOS, eine Autoimmunerkrankung, Unfruchtbarkeit, Depressionen/Burn Out quälen. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht hören oder lesen muss, dass Menschen trotz ihrer allerbesten Vorsätze und Absichten ständig von Fressattacken verfolgt werden, sich kaum aufraffen können zum Sport, sich für faul und gefräßig halten und nicht daranglauben, es jemals schaffen zu können.

Übergewicht ist ein Symptom, keine Krankheit!

Ist es nicht erstaunlich, dass “wir” so viele Symptome gemeinsam haben? Klar könnte man jetzt sagen: das kommt vom Übergewicht. Ich habe mittlerweile allerdings herausgefunden, dass diese Antwort mehr als nur unzureichend ist. Sie ist vernichtend für denjenigen, der von ihr betroffen ist – und konstruktiv ist es auch nicht. Ich habe 2007 bis Anfang dieses Jahres auch noch dran geglaubt, dass das Übergewicht der Auslöser dieser als Folgeerkrankungen bezeichneten Zivilisationsmalässen ist. Jetzt weiß ich es besser (Buchempfehlungen als kleine Auswahl erfolgten bereites im Abschnitt über diesem). Es wird in Bezug auf Erkrankungen von vielen Ärzten, Wissenschaftlern aber auch von Politikern immer noch die falsche Frage gestellt, die dann logischerweise zu einer unzureichenden Antwort führt. Übergewicht ist nicht der Auslöser der Krankheiten, sondern ein Symptom das im Fahrwasser der eigentlichen zugrunde liegenden Problematik entsteht. Ich sage bewusst “Problematik” weil es sich bei den Gründen für Übergewicht nicht im eigentlichen Sinne um eine Erkrankung handelt. Ganz einfach gesprochen ist es nämlich so, dass wir alle ganz unterschiedliche Gene haben und somit unterschiedlich auf “Umweltbedingungen” – beispielsweise auf die Zusammensetzung unserer Nahrung – reagieren. Ein gutes Beispiel ist die Kohlenhydrat-Toleranz, gerade sie ist auch ein wichtiger Meilenstein bei der Suche nach dem Grund, warum wir dicker sind, als wir sein wollen.

Zwei Extreme

Manche Menschen haben überhaupt gar keine Probleme damit, wenn ihr Essen hohe Anteile an Brot, Reis, Nudeln , Zucker und Co. enthält. Das liegt nicht daran, ob diese Menschen Sport machen oder nicht. Wer kennt sie nicht, die “Glücklichen” , die trotz sehr ungesund anmutender Ernährungsgewohnheiten und teilweise großen Mengen an Kohlenhydraten ohne Rücksicht auf Fett trotzdem schlank sind. Meine Güte, ich kenne sogar Menschen, die gewissermaßen fressen wie ein Scheunendrescher und dabei mit Null Sport eine normale Figur haben. Für solche “Glücklichen” ist die aktuell überall beworbene Ernährungsempfehlung mit vielen Kohlenhydraten, moderatem Eiweiß und wenig Fett ganz sicher in Ordnung. Doch dann gibt es auch die Menschen, die ein Tortenstück bloß angucken müssen und schon ist ein Pfund drauf. Das sind jetzt gewissermaßen die zwei Extreme der unterschiedlichen Seiten: auf der einen Seite steht der Schlanke , der alles essen kann und ohne Sport schlank bleibt und auf der anderen Seite steht der Dicke, der selbst bei maßvoller Ernährung und Bewegung dicker ist, als seine Energiezufuhr das rechtfertigt. Dazwischen gibt es im wahrsten Sinne des Wortes 50 Shades of Grey – zwischen diesen Extremen gibt es so viele Abstufungen, wie es Menschen gibt. Das macht die allgemeine Empfehlung von XX Kohlenhydraten, XX % Fett und XX% Eiweiß so idiotisch. Während der Naturschlanke mit egal welcher Ernährungsmethode wahrscheinlich schlank und mit etwas Glück sogar ansonsten relativ gesund bleibt, muss der Natur-Dicke immer zu kämpfen und wird für jeden Fehltritt gleich bestraft und sei der Fehltritt noch so klein.

 

Zwei Enden der Skala: Naturschlank und Naturdick

Zwei Enden der Skala: Naturschlank und Naturdick

Kritischer Fehler: Du bist, was Du isst. 

Den Satz hat sicher jeder schon Mal gehört. Dieser Satz ist  ein Dogma, weil er so logisch klingt. Diese eingängige Logik auf den ersten Blick hat diese Hypothese in den letzten Jahrzehnten gewissermaßen in das Gehirn des Allgemeinwissens gebrannt, obwohl es sich eigentlich um einen Allgemeinirrtum handelt. Wie wir politisch bei dieser Milchmädchenrechnung gelandet sind, ist so ärgerlich, dass ich es auslasse. Stattdessen möchte ich aufmerksam machen, dass wir aufhören müssen, mit dieser Milchmädchenrechnung zu denken. Denn sie passt auch weder zum Naturschlanken, noch zum Naturdicken und auch nicht zu all den Schattierungen dazwischen. Die Milchmädchenrechnung geht so: Lebensmittel werden analysiert auf ihre Inhaltsstoffe (Kalorien, Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe). Daraus entsteht der Eindruck, wenn Du zum Beispiel Vollkornnudeln isst, die von Natur aus mega fettarm ist, dann bleibst Du schlank weil da ja kein Fett drin ist. Und dick sein bedeutet ja, zu viel Fett zu haben. Schwere Knochen und ein riesen Gehirn gelten nicht 😉

Irrtum: Fett macht fett

 

Es entsteht die Theorie “Fett macht Fett”. Das führte dazu, dass die Empfehlung zu Lowfat Diäten entstand. Noch dazu wurde “gesättigtes” Fett aus dem Essen beschuldigt, Herz-Kreislauferkrankungen zu begünstigen. Während diese These sich weder in professionell aufbgebauten Studien jemals signifikant beweisen ließ und die Zahlen an Erkrankungen auch in den 50 Jahren Lowfat nicht rückläufig sind, hält sich diese Idee konstant. LowCarb Diäten werden deshalb immer noch von Uninformierten für “ungesund” gehalten, weil gesättigte Fette ja angeblich krank und dick machen.

Was verschwiegen wird

Soviel zum “Denken” über Fett. Niemand erzählt, dass es klinisch nachgewiesen ist, dass unter einer fettreichen, kohlenhydratarmen Ernährung nach der Anpassung des Stoffwechsels*  gesättigte Fette in Form der Fettsäuren direkt und in Form von Ketonkörpern** die Hauptversorgung des Körpers mit Energie sicherstillen. Sprich: gesättigte Fette nutzt der Körper als Lieblings-Benzin, sobald dieser natürliche Stoffwechselzustand wieder hergestellt ist. Es ist dann messbar, dass die Blutspiegel gesättigter Fette und auch die Triglyceridspeicher in den Geweben (sprich Fettpolster) tatsächlich sinken und niedriger sind als beim gleichen Menschen bei kohlenhydratreicher Ernährung.

Der kritische Fehler bei der Annahme, Fett mache fett, ist  die Missachtung des Stoffwechselzustands einerseits – aber auch des Kohlenhydratstoffwechsels andererseits. Kurz zum Verständnis vorab: ob nun Zucker, Vollkorn oder Reis, unser Körper verwandelt verzehrte Kohlenhydrate in Zucker – im folgenden als  Glucose bezeichnet, Glycogen und Triglyceride (das sind die Fette in unseren Fettdepots!) je nach dem, wie viel wir zu uns nehmen.  In “The Art and Science of Low Carbohydrate Living” wird das mal mit Zahlen verdeutlicht. (frei übersetzt)

“Zu jedem Zeitpunkt hat ein gesunder Mensch nur ein paar Teelöffel voll freie Glukose – der Gegenwert von etwa 40 Kalorien – im Blut. Das bedeutet, wenn Du eine CUP (amerikanisches Volumenmaß) Portion Reis oder Stampfkartoffeln verdaust und die Nährstoffe aufnummst, muss die größte Menge der 200 kcal Glucoseportion schnell aus dem Blut woanders hin geschafft werden um den Blutzucker im normalen Bereich zu halten. Wenn das nicht der Fall wäre, würde der Blutzucker ansteigen bis auf das doppelte des normalen Werts innerhalb von zwei Stunden und wir hätten einen Fall von Diabetes. Beide Typen von Diabetes sind Krankheiten die ausgelöst werden von der Unfähigkeit des Körpers, die Glucose aus dem Blut zu entfernen. (…) Also wohin wird die Glucose gebracht, wenn sie den Blutkreislauf verlässt? Normalerweise wird die meiste überschüssige Glucose in die Muskeln gebracht und dort sofort verbrannt oder als Glycogen gespeichert. Glycogen sind kleine stärkehaltige “Tröpfchen” , die in den Zellen für spätere Benutzung gespeichert werden können. Die Leber speichert auch etwas Glucose als Glycogen, um den Blutzucker während des Schlafes und langen, intensiven Sporteinheiten “Arbeiten” aufrecht zu erhalten. Ein wenig der verzehrten Glucose wird auch direkt vom Gehirn genutzt. Ein Erwachsener in Ruhe (beispielsweise Büroarbeit, Sitzen, Liegen) verbrennt höchstens 50 kcal an Glucose pro Stunde – so dass mindestens die Hälfte der Glucose aus der Portion Stampfkartoffeln prompt gespeichert werden muss. Bevorzugt speichert der Körper als Glycogen in Muskulatur und Leber.

Wenn Du beispielsweise insulinresistent bist, ist die Herstellungsgeschwindigkeit von Glycogen als Reaktion auf Kohlenhydratverzehr – zum Beispiel Reis, Nudeln, Brot – in relevantem Maß gestört. D.h. es wird im Verhältnis weniger der Glucose als Glycogen in Muskeln und Leber gespeichert pro Portion z.B. Stampfkartoffeln, als bei einem Menschen mit normalem Stoffwechsel. Aber auch dann, wenn Du einen beneidenswerten Stoffwechsel hast und kein Problem mit der Speicherung von Glucose als Glycogen, kann nur so viel Glycogen gespeichert werden, wie Leber und Muskeln speichern können. Das sind zwischen 1000 und 2000 kcal bei normalen Erwachsenen, abhängig davon ob Du viel Muskeln hast und wie häufig Du trainierst.

Was passiert also wenn Du mehr Kohlenhydrate isst als Du sofort verbrennen kannst und Deine Glycogen Speicher bereits voll sind? (Anmerkung: Bei einer Ernährung von 45-60% Kohlenhydraten und dem Fehlen von schwerer körperlicher Arbeit oder intensiven Sporteinheiten ist das wahrscheinlich!) Statt Deinen Blutzuckerspiegel rapide in die Höhe schnellen zu lassen in diabetische Höhen – beginnt die Leber und zum Teil auch die Fettzellen selbst damit, die überschüssige Glucose in Fett umzuwandeln. Der Prozess nennt sich neo lipogenesis, also übersetzt Fett Neubildung. Sobald Glucose in Fett umgewandelt wurde, gibt es keinen Weg zurück. Sobald Glucose – also genau genommen die fettfreien Vollkornnudeln beispielsweise oder die Stampfkartoffeln – in Fett umgewandelt wurden, hat der menschliche Körper keine Möglichkeit, diese wieder zurück zu bilden.  Die Neu-Fettbildung ist also eine Einbahnstraße die mit Fett in den Fettspeichern endet. (Ende freie Übersetzung)

Hier ist also eine wichtige Erkenntnis zu entnehmen: Kohlenhydrate sind nicht fettfrei, sie sind nicht fettarm. Sie sind bei einer Aufnahme von mehr als etwa 50 kcal pro Stunde schlichtweg Glycogen und Fett. Wenn Du eher einen beschaulichen, bewegungsarmen Lebensstil hast, dann ist bei dem oben genannten 200 kcal Beispiel die Hälfte oder mehr schlichtweg Fett in Abhängigkeit Deiner Empfindlichkeit auf Insulin. Und zwar nicht, weil das Lebensmittel in der Analyse einen Fettanteil von 50 oder 60 oder 80 % hatte sondern schlichtweg, weil es auf diese Weise verstoffwechselt wird.

Insulinresistenz  und Insulinempfindlichkeit 

Wenn wir uns zurück erinnern an den Natur-Schlanken und den Natur-Dicken, können wir beispielshaft den Naturschlanken beneiden darum, dass er Insulin-empfindlich ist. D.h. dass sein Kohlenhydratstoffwechsel einwandfrei funktioniert und ein hoher Anteil an überflüssig verzehrter Kohlenhydratenergie in Glycogen und nicht in Zucker umgewandelt wird und nur wenig als Fett in den Depots landet. Insulin kennen die meisten als “Medikament”, was sich Diabetiker Typ 1 und schwere Fälle von Typ 2 spritzen. Es ist ein natürliches Steroidhormon unseres Körpers, dass unsere Bauchspeicheldrüse herstellt und das ausgeschüttet wird, wenn wir Kohlenhydrate essen. Auch beim Verzehr von Eiweiß wird dieses Hormon ausgeschüttet um die Eiweißbausteine an ihre Einsatzorte zu bringen, allerdings triggert Eiweiß Insulin in deutlich geringeren Mengen.

Fett verhält sich allein “neutral” d.h. erzeugt keinen deutlichen Insulinanstieg. Insulin ist dafür zuständig, den Zucker (Glucose) im Blut in die jeweiligen Zellen des Körpers zu bringen und bei einer großen Anzahl an Glucose funktioniert Insulin gewissermaßen als Schlüssel, der die Fettzellen zur Speicherung von Fett aufschließt. Während der Insulinspiegel im Blut erhöht ist, findet keine Fettverbrennung statt. D.h. Fett aus den Fettreserven – aber auch Fett aus der Mahlzeit, die gemeinsam mit Kohlenhydraten verzehrt wurde – wird also nicht verbrannt sondern gespeichert. Beim “Naturschlanken” ist das kein Problem, denn seine Zellen reagieren empfindlich auf Insulin – es ist also insgesamt weniger Insulin notwendig, um den Blutzucker nach einer Mahlzeit zu stabilisieren. Sehr zügig ist der Naturschlanke dann wieder in einem Stoffwechselzustand, in dem der Körper auch die Fettreserven als Quelle für seine Energie benutzt. Die Fettzellen sind beim Naturschlanken also nur sowas wie kurzzeitige Quartiere für gespeicherte Energie. Beim Naturdicken hingegen sind die Zellen seines Körpers unempfindlich in Bezug auf Insulin. Der Blutzucker sinkt so nicht, so schnell wie es sein sollte, und es wird dann noch mehr Insulin ausgeschüttet. Es ist gut vergleichbar mit langsamem Taub werden, wenn Dir einer immer super laut ins Ohr schreit. Mit der Zeit muss er immer lauter schreien, damit Du noch was hörst. Der Zeitpunkt des Taubwerdens ist dann Diabetes Typ 2. Der Blutzucker sinkt nicht mehr adäquat ab während der Insulinspiegel ständig erhöht bleibt. Ein erhöhter Insulinspiegel bedeutet, dass in dieser Zeit Fett bevorzugt gespeichert wird, wenn es sich in der Nahrung befindet – und wie wir jetzt wissen, bestehen auch Kohlenhydrate gerade bei insulinresistenten/diabetischen Menschen zu 50% oder mehr aus Fett mit dem kleinen Umweg über die Leber, die es umwandeln muss.

Leptinresistenz – Leptinempfindlichkeit

Neben dem offensichtlichen “Fettwerden” durch diese Vorraussetzung passiert noch etwas anderes durch das erhöhte Insulin: der Körper kommt nicht an seine Fettspeicher, wenn die direkt genutzte Glucose “alle” ist. Es entstehen starke Heißhungerattacken, bevorzugt auf kohlenhydratreiches, fettreiches Essen – und der Antrieb nimmt ab. Es fällt dann schwer, sich zu konzentrieren.  Insulinresistenz kommt jedoch selten allein. Meistens wird außerdem eine Leptinresistenz ausgelöst. Leptin ist ein Hormon, das man gewissermaßen als Boten zwischen den Fettzellen und dem Gehirn ansehen kann.  Beim Naturschlanken funktioniert die Kommunikation zwischen den beiden blendend: gefüllte Fettzellen sagen im Gehirn bescheid, dass genug Energie da ist und das Gehirn weiß dann, wir sind “satt”. Da Leptin von Fettzellen gebildet wird, ist der Leptinspiegel abhängig vom Füllungsgrad der Fettzellen. Wenn durch eine Insulinresistenz jedoch übermäßig viel Fett gespeichert wird und gleichzeitig keins verbrannt werden kann, steigt die Anzahl der Fettzellen zügig und damit wiederholt sich etwas, was wir vom Insulinüberschuss schon kennen: immer mehr Leptin “schreit” auf das Gehirn ein – bis es irgendwann unempfindlich gegen diesen Reiz wird und somit nicht mehr wahr nehmen kann, dass tatsächlich genug Energie da ist und wir “satt” sind. Gleichzeitig ist dadurch ständig ein weiterer “Bote” zwischen Gehirn und Fettzellen erhöht: das sogenannte Ghrelin. Ghrelin ist beim Naturschlanken immer dann erhöht, wenn die Fettzellen einen niedrigen Energiestand “melden” – also einen geringen Leptinspiegel. Ghrelin regt den Appetit an und führt somit dazu, dass nach Essen gesucht wird. Es ist beispielsweise ein Verursacher des “meine Gedanken kreisen ständig ums Essen” Problems, das die meisten Menschen schon mal gequält hat. Da beim Naturschlanken der Leptinspiegel dann wirklich niedrig ist, passiert auch bei dem Verzehr egal welcher Mahlzeit wieder der übliche perfekt eingespielte Rhythmus, den die verschiedenen Hormone vorgeben und der darin endet, dass der Naturschlanke auch ohne Sport und mit aus Sicht des Dicken unglaublich viel Essen schlank bleibt. Und satt wird, weil beim Naturschlanken nach dem Essen der Ghrelin Spiegel abfällt (Appetit verschwindet) während der Leptinspiegel ansteigt (Gehirn bekommt die Meldung “wir sind satt. Aufhören zu essen”) Beim Naturdicken ist der Ghrelinspiegel immer erhöht – schließlich hat das Gehirn durch die “Taubheit” gegenüber des erhöhten Leptinspiegels immer den Eindruck, wir haben zu wenig gegessen und befinden uns im Energienotstand, selbst wenn wir 15, 20 oder 50 Kilo Übergewicht und mehr mit uns rumschleppen. Es ist auch nachgewiesen, dass bei Menschen mit Übergewicht nach einer Mahlzeit der Ghrelinspiegel langsamer und geringer absinkt, d.h. Restappetit bleibt beim Naturdicken immer.

Der Naturdicke ist also mit fortschreitender Insulinresistenz tatsächlich  “gefräßiger” als der Naturschlanke – zumindest was seinen Hunger und den damit verbundenen Leidensdruck angeht. Viele Betroffene kennen das, ich weiß noch wie es damals war. Ich wusste schon als kleines Kind, ich war zu fett. (In Schule und Kindergarten war es der reine Horror) und von je her kriegst Du eingetrichtert: iss weniger, beweg Dich mehr. Essen wird plötzlich mit Schuld beladen, mit schlechtem Gewissen, auch mit Belohnung. Du weißt, Du willst dünner sein und wenn dann dieser Hunger kommt, der stärker als alles ist, was sich ein Naturschlanker überhaupt vorstellen kann, dann verlierst Du die Kontrolle über Dich. Dass das keine Geistes- oder Willenschwäche ist, sagt einem niemand. Jahrelang lebt man damit, das faule und undisziplinierte Etwas zu sein, was einfach keine Beherrschung kennt.

Wichtig für alle stark Übergewichtigen, die an sich zweifeln

Ich sage es hier, für alle, die es hören müssen: das was in diesen Fressmomenten passiert, ist ein Körper, dem die Energie ausgeht und der Dich abtreibt, so vermeintlich unvernünftig und jenseits der Norm schon wieder zu essen. Obwohl Du vielleicht erst vor kurzem gegessen hast. Wenn Du Dich nicht aufraffen kannst, Dich irgendwie zu bewegen, am liebsten nur noch auf die Couch möchtest – und Dir die Galle hoch kommt beim Gedanken daran, Dich sportlich zu betätigen, dann kannst Du das als Zeichen dieser Problematik sehen. Mit Deinem Geist und Deinem Fleiß ist alles in Ordnung. Du hast jedoch eine Stoffwechselproblematik, die selbst heute bei der fortschreitenden Information und den medizinischen Möglichkeiten nicht (immer) erkannt wird. Leptinresistenz kennen manche Ärzte gar nicht, Insulinresistenz auch in vielen Fällen nicht – da wird dann erst die fortgeschrittene Phase bemerkt, Typ 2 Diabetes, metabolisches Syndrom etc. Die “Chemie” in Dir, ausgelöst durch die falschen Ernährungsgewohnheiten, die weder mit “zu viel” noch mit “zu fett” zu tun haben im eigentlichen Sinne – und mit Kalorien schon mal gar nicht – steuert Dich und Dein Schicksal.

Wenn Du die Spuren zurück verfolgst, wann die Insulinresistenz bzw. Leptinresistenz ihr böses Gesicht zeigt und uns krank macht, landest Du zum Schluss an einem einzigen Punkt: Kohlenhydrat Toleranz. Die ist bei uns allen unterschiedlich und aus diesem Grund ist auch die Stärke der Reaktion und sozusagen der “Betroffenheit” so unterschiedlich. Als Faustregel kann man sehen, je früher im Leben die Symptome dieser Resistenzen auftauchen, je Intoleranter ist man in Bezug auf den Kohlenhydratanteil in der Nahrung. Während die Kohlenhydrat Intoleranz wie eine Krankheit oder wie ein Nachteil aussieht, ist sie das aus Perspektive der Evolution nicht. Millionen Jahre waren wir angepasst an eine kohlenhydratärmere Ernährung, insbesondere mit starken saisonalen Schwankungen in Bezug auf die Jahreszeiten. Erst ungefähr 10 000 Jahre bauen wir intensiv Getreide an. Auf diese erhöhte Stärkezufuhr – die in dem letzten Jahrhhundert vor allem noch reich an Zucker geworden ist – sind wir noch nicht alle vorbereitet. Während dies bei Intoleranzen in Bezug auf Gluten oder Laktose heute überall anerkannt und akzeptiert ist, ist die Kohlenhydrat-Intoleranz teilweise unbekannt weil sie gegen ein wichtiges Dogma verstößt, das ebenfalls als Allgemeinwissen propagiert wird – jedoch über die Qualität einer persönlichen Meinung nicht hinaus kommt, wenn es um Fakten geht.

Nach der Einschätzung der Autoren von “The art and science of low carbohydrate living” sind mindestens 3/4 der Menschen in unterschiedlichem Grad Kohlenhydrat-unverträglich. In ihren Studien und in der Auswertung vieler Studien Rund um das Thema Lowcarb Ernährungsweise bzw. High Fat konnten die Autoren herausfinden, dass der Gewichtsverlust bei den typisch als gesund angesehenen Lowfat Diäten bei Menschen mit Kohlenhydrat-Unverträglichkeit sehr schlechte Ergebnisse brachten im Vergleich zu Kohlenhydrat-Toleranten. Teilweise wurde nur halb so viel abgenommen wie von Menschen mit normaler Verträglichkeit – während Lowcarb Diäten für beide Gruppen keinen signifikanten Unterschied ergab.

Daraus resultiert: der “Stoffwechselnachteil” des Insulinresistenten besteht nur und ausschließlich in einer Ernährung, die mit vielen Kohlenhydraten gestaltet wird. Die negativen Wirkungen dieser Vorraussetzung sind also reversibel, sofern die Bereitschaft da ist, langfristig sein Leben umzustellen. Doch das ist für viele Menschen heutzutage ein Problem, weil der Lowcarb Sektor von Mythen umrankt wird. Das wichtigste Halb-Märchen will ich hier mal gleich nennen:

Der Mythos: der Mensch braucht Kohlenhydrate für die Gesundheit

Um diesen Mythos zu entkräften, gibt es eine ganze Reihe Beweise und Erklärungen. Ich möchte heute aber nicht über traditionell lebende Völker reden, auch nicht über Studien – sondern einfach darauf verweisen, dass heutzutage der Stoffwechsel als solcher gut erforscht ist und diesem Mythos das Fürchten lehrt. Wir Menschen besitzen eine große Anpassungsfähigkeit gegenüber unseren “Nischen” in denen wir leben. Deshalb sind wir nicht ausgestorben, als wir vor 10 000 Jahren entschieden haben, mehr Kohlenhydrate zu essen. Wir sind auch durch das “LowFat” gehabe ab den 1950ern lediglich als Menschheit kränker geworden, ausgerottet sind wir noch nicht. Wenn uns täglich Zucker in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt wird, optimiert sich der Körper auf eben diese Art des Stoffwechsels, wie wir es oben gelernt haben. Mit relativ hohen Insulinspiegeln und einer Menge Arbeit für die Leber. Das Gehirn ist das wichtigste und Energie-verschlingendste Organ unseres Körpers und genau hier heißt es immer: das Gehirn braucht Zucker zum funktionieren.

Eigentlich ist das nur die halbe Wahrheit. Korrekt müsste es heißen: das Gehirn kann mit Zucker sehr gut seinen Energiebedarf stillen. Wenn also beispielsweise 50% der Energie täglich aus Kohlenhydraten kommen, dann spezialisiert sich das Gehirn so wie alle anderen Organe auf den Zuckerstoffwechsel. Es handelt sich dabei um eine einfache Anpassung an die Umweltbedingungen, die dem Körper signalisieren: hier ist immer Sommer, es gibt immer Kohlenhydrate en masse. Geboren werden wir allerdings mit unserem primären Stoffwechselzustand und der ist der sogenannte ketogene Stoffwechselzustand. Platt gesagt heißt das, unser Körper ist auf die Verbrennung von Fett als Hauptenergie getrimmt und versorgt das Gehirn und alle anderen Organe mit sogenannten Ketonkörpern** mit Energie. Für die geringen Mengen an tatsächlich benötigter Glucose z.B. für das Herz (Zucker) nutzt unser Körper zuverlässig seine eigene Fähigkeit, Zucker aus eigenen Körpergeweben herzustellen. Da reden einige Leute gleich von Muskelabbau, das trifft allerdings nicht den Kern der Realität. Jeden Tag “verbraucht” unser Körper eigene Eiweiße und erneuert sie – dieser Prozess findet in Fastenperioden statt, die natürlicherweise bei uns während des Schlafens liegen. Kaputte Eiweiße, Bindegewebe und andere beschädigte Strukturen aber auch beispielsweise Zellen, die wachsen wo sie nicht hingehören, werden so aufgelöst unddas reicht völlig, den Kohlenhydratbedarf zu decken.

Das Gehirn – und auch der Rest unseres Körpers – ist also nicht auf Kohlenhydrate angewiesen sondern hat beim Naturschlanken einfach nur die Fähigkeit, sich optimal darauf einzustellen. Beim Naturdicken fehlt diese Fähigkeit teilweise und ist so nur eingeschränkt vorhanden. Während der Naturschlanke happy sein kann mit den heutzutage üblichen Ernährungsgepflogenheiten, drohen dem Naturdicken neben Übergewicht jede Menge weiterer Erkrankungen durch die Kohlenhydrat Intoleranz. Wenn dann die Lügenmärchen aufgetischt werden “Menschen brauchen Kohlenhydrate” hilft das nicht gerade dabei, auch für diese Betroffenen – wie beispielsweise mich selbst und die vielen tausend Menschen in unserer Community – eine vernünftige Lebensweise zu finden, die sie gesund macht. Ideologien jedenfalls machen nicht gesund! Deshalb merken wir uns einfach: während es essentielle Aminosäuren gibt (Eiweißbausteine) und auch essentielle Fettsäuren (z.B. Omega 3 und 6) gibt es keine essentiellen Kohlenhydrate. Als “essentiell” bezeichnet man Nährstoffe, die wir Menschen nicht selbst bilden können und für unsere Gesundheit mit der Ernährung aufnehmen müssen. Die Autoren von “The art and science of low carbohydrate living” sagen es grob übersetzt so: wenn man behaupten will, Kohlenhydrate wären essentiell, wäre das genauso, also würde man sagen, Koffein oder Ephedrin (Aufputschmittel) wären essentiell. Nun ja, bei Koffein wird wohl der ein oder andere zustimmen, der morgens ohne seinen Kaffee nicht in Gang kommt. Was übrigens häufig im Zusammenhang mit wenig oder keinem Appetit am morgen auftritt und ein Hinweis darauf sein kann, dass durch einen chronisch erhöhten Leptinspiegel durch Resistenz eine Störung im Cortisol-Rhytmus vorliegt, dass uns morgens automatisch weckt, wach und fit (und Kaffee-unabhängig) macht und hungrig.

Was sagt uns das über Diäten?

Denken wir noch mal an die beiden Endpunkte unserer Skala zurück: auf der einen Seite steht der Naturschlanke mit traumhafter Insulin- und Leptinempfindlichkeit. Dieser “Glückliche” kann alles essen weil sein Körper perfekt in Bezug auf unsere moderne Ernährung mit hohem Zuckeranteil (ja, auch Vollkorn wird zu Zucker!) zurecht kommt. Die andere Seite der Skala ist der Naturdicke, der mit unserer heutigen Ernährung körperlich nicht zurecht kommt und für den die Ernährungsempfehlungen mit hohen Kohlenhydratanteilen pures Gift sind. Zwischen diesen Endpunkten befindet sich jeder von uns irgendwo. Aber wo genau ist die entscheidende Frage. Je größer das Übergewicht, je wahrscheinlicher sitzen wir auf der Seite des Naturdicken. Das ist der wesentliche Grund, warum die Flatrate Diet so aufgebaut ist, dass wir lehren, sich seinen eigenen Weg zu finden, eigene Entscheidungen zu treffen und zwar, in dem wir auf unseren Körper wieder hören. Woher soll irgendjemand beispielsweise von der Regierung wissen, wie unser Körper genetisch darauf vorbereitet ist, mit Nahrung umzugehen?

Alexa – aka “braindead” TV

Ein gutes Beispiel lieferte letztens eine TV Sendung namens “Alexa”. Alexa ist eine Ernährungsberaterin, die im Fernsehen Familien aufsucht und ihnen hilft, sich auf eine “gesunde” “ausbalancierte” Ernährung umzustellen. Das Beispiel, dass mir letztens beim Zappen begegnete sah so aus: eine Familie von Übergewichtigen wurde beobachtet, dann wurde ihr essen aus ner Woche oder so gezeigt. War halt viel Scheiße dabei, also jede Menge Pommes, Süßes und Biere/Schnäpse. Große Mengen, etc.  Und was erzählt die “schlaue” Alexa dann der Familie, die ja gerne abnehmen möchte:  ihr esst zu viel Fett. Und das ohne irgendwie zu differenzieren zwischen den einzelnen Familienmitgliedern, in jedem zweiten Satz kam die gute Alexa auf den Fettanteil und auf die Gesamtkalorien.

Also konkret: ohne Rücksicht auf Geschlecht, persönliche Insulinempfindlichkeit, Leptinempfindlichkeit, Kohlenhydrattoleranz kam sie mit Tipps um die Ecke, die altbekannt sind und die nur für die Naturschlanken risikolos sind. Wenn jemand Zeit seines Lebens mal 4 Kilo mehr, mal vier Kilo weniger hat mag das ja noch eine Lösung sein, die zumindest niemanden gefährdet. Für eine Beratung von stark übergewichtigen Menschen ist das – wie wir gelernt haben – auf lange Sicht eine Garantie, mehr Krankheiten zu bekommen. Ein Naturdicker mit der Diät eines Naturschlanken wird nur dann langfristig schlank werden und bleiben können, wenn er sich im wahrsten Sinne des Wortes aushungert, also ständig eine deutlich erniedrigte Kalorienmenge zu sich nimmt. Die wird mit den Jahren immer geringer. Das ist der Grund, warum es oft zu Rückfallen kommt, wenn jemand ganz schnell abgenommen hat – die Lebensqualität wurde so schnell in die Tonne getreten, dass es irgendwann nicht mehr geht. Und das ist der Grund, warum “gesund” und “ausbalanciert” in Bezug auf Ernährung nicht an einem Einheitsblahblah orientiert sein darf sondern an dem wichtigsten Maßstab für Gesundheit und Balance: dem jeweils einzelnen Menschen. Ich gebe hier als Beispiel meinen persönlichen Fall und einen Fall einer Freundin. Ich nehme zu (und fühle mich schlecht, schlapp und krank) wenn ich regelmäßig mehr als 35g Kohlenhydrate am Tag esse. Zum Abnehmen ist es notwendig, unter 25g zu bleiben mit Wochendurchschnitt. Meine Freundin hat mit 60 g Kohlenhydraten am Tag kein Problem, abzunehmen und hat eine Schwelle von etwa 100 g, wo sie mit dem zunehmen anfängt.

Ernährungsberatung in Zahlen

Spielen wir das mal durch, in Zahlen. Der Einfachheit halber rechnen wir mit 2000 Kalorien Tagesbedarf und setzen nun die Empfehlung von etwa 55% Kohlenhydraten ein. 1100 Kalorien am Tag müssten dann aus Vollkorn, Reis, Nudeln, Brot verzehrt werden. 1 Gramm Kohlenhydrate hat 4 Kalorien. Also teilen wir jetzt mal 1100 durch 4 um zu gucken, wie viel Gramm Kohlenhydrate das wären. Es wären 275 g Kohlenhydrate. Gehen wir davon aus, die Ernährungsberaterin verpasst mir so ein Programm, dann würde ich fast die 10 fache Menge Kohlenhydrate zu mir nehmen, mit der ich noch abnehmen könnte. Und immer noch knapp die 8 fache Menge, ab der es mir körperlich schlecht geht und ich zunehme. Das ist ein großes Problem, denn mit Neigung zur Insulin- und leptinresistenz nimmst Du auch dann zu, wenn Du eigentlich zu wenig Kalorien isst, wenn Du den Grenzwert Deiner persönlichen Kohlenhydrattoleranz überschreitest. Im Falle meiner Freundin, die weniger resistent ist – würde diese offizielle Empfehlung ihre Schwelle zum Abnehmen um das 4,5 fache überschreiten und die Schwelle des Zunehmens um knapp das 3 fache. In einer solchen Ernährungsberatung würdest Du dann also zunehmen, worauf hin Dir die Beraterin/der Berater dann a.) entweder unterstellt, Du hättest gemogelt oder sagt b.) Du musst mehr Sport machen oder c.) Du musst weniger Kalorien essen.

Und abgesehen von a.), dass “nur” Deinen Stolz und Deine Selbstachtung beleidigt, in dem Dir der “Du betrügst Dich selbst” Stempel verpasst wird, handelt es sich bei b.) und c.) nicht im eigentlichen Sinne um eine Lösung sondern um einen weiteren Baustein in der Verschlimmerung Deiner gesundheitlichen Lage. Solange Du im Kohlenhydratkarrussel nicht Deine eigenen kritischen Schwellen gefunden hast, geht es mir der Gesundheit abwärts und der notwendige Aufwand, um überhaupt etwas abzunehmen, steigt bis ins Unerträgliche. Deshalb bitte ich Dich: wenn die Dummheit mit Pauschalempfehlungen Dir begegnet, ignorier das. Eine Beratung nimmt Dich ernst und interessiert sich für Deine Geschichte. Eine Beratung zweifelt nicht daran, dass Du ehrlich bist zu Dir selbst. Eine Beratung kennt Insulin- und Leptinresistenz und ist damit vertraut, dass es Kohlenhydrat Intoleranz gibt. Und zwar nicht als Einzelfall sondern als Massenphänomen. Ich sehe in der Unkenntnis dieser Mechanismen einen Grund, warum es immer heißt, man könne als Übergewichtiger ab einem bestimmten Grad Übergewicht nicht mehr alleine abnehmen und brauche eine OP. Das ist Humbug. Alles was man wirklich brauchst, ist jemandem, der einem verrät warum man ganz anders auf Essen reagiert, als andere und wie man das Problem lösen kann, OHNE sich abzuhungern oder im Fitnesscenter jede Woche 12 Stunden zu reißen.

Da kommen wir zur wichtigen Frage: was passiert , wenn ein Naturdicker ein Ernährungsmodell verfolgt, was für die Bedürfnisse eines Naturdicken ausgerichtet ist? Und wie sieht so ein Abnehmprogramm aus für einen Naturdicken?

Die wesentliche Achillesferse des Naturdicken haben wir kennen gelernt: die Kombination zweier Resistenzen. Der logische Schritt ist es dann, die Resistenzen aufzuheben oder zumindest zu mildern. Es ist klar, dass beispielsweise 30 Jahre lange “Fehlernährung” nicht in ein paar Wochen repariert ist. Das dauert Jahre. Eine schnelle Besserung ist jedoch möglich und die beginnt damit, den Auslöser für die Resistenzen auszuschalten: das sind die Kohlenhydrate als Hauptenergielieferant. Ich weiß, wie sich am Anfang der Gedanke anfühlt, nie wieder Brot zu essen und Brötchen, das geliebte Süßkram weg zu lassen, Reis und Nudeln aus dem Plan zu streichen. Es ist schwer. Allerdings nicht, weil wir Kohlenhydrate reell brauchen sondern weil wir sie gewohnt sind. Gib Dir einen Monat Zeit und der “Schmerz” des Verzichts löst sich komplett auf. Je nach dem, bis zu welchem Grad Du “Naturdick” bist, geht das schneller oder langsamer. Aber es passiert. Und das ist dann jede einzelne Mühe wert. Anfangs fällt das Gewicht abgesehen von der ersten Woche nicht bei jedem zügig – je nach Grad der Betroffenheit steht es eine ganze Weile. Aber es verändert sich dennoch alles, wenn Du Dich aufmerksam beobachtest. Nach und nach verblasst Heißhunger, verabschiedet sich einfach aus Deinem Leben. Du hörst auf, nach Essen zu suchen, Du bist nach dem Frühstück sicher bis zum Mittag satt , Du brauchst keine Snacks mehr. Du wirst plötzlich satt und zwar bevor der Schmerz eines gedehnten Magens dich erinnert. Dann kommt da dieser Bewegungsdrang, Sport erscheint plötzlich gar nicht mehr so unattraktiv. Wenn Du schon sportlich bist, bekommst Du Lust auf Herausforderungen, hast mehr Leistung als sonst. Du schläfst besser, hast bessere Laune und ein konstantes Energielevel. Selbst wenn Du seit vielen Jahren resistent bist, fängt irgendwann Dein Körper an, sein Fett abzubauen weil die Signale Deiner verschiedenen Hormone wieder funktionieren. Dass Du manchmal nicht an Dich halten konntest bei Verlockungen, die Zeiten, in denen Du sauer warst auf Dich weil Du irgendwas falsches gegessen hast oder zuviel – die enden hier.

Ich bin eher am letzten Ende der Skala gewesen, als ich 2007 mit 262 Kilo in den Kampf gegen die Pfunde eingestiegen bin und habe mich mehr als halbiert – was nett ist. Aber unbezahlbar ist das Gefühl, eine völlig natürliche Kontrolle über mein Essverhalten zu haben. Es ist unbezahlbar, von Natur aus Lust auf Bewegung zu haben und nicht mehr zu zweifeln an mir als Person, nicht mehr zu denken, ich bin ein hoffnungsloser, fauler Fress Sack. Genau das ist es, was solche Beratungen wie “Alexa” im Fernsehen aber uns Dicken sagen und es ist nicht die Wahrheit. Wir alle haben die Chance, uns von unserem Fettpanzer zu befreien. Dazu müssen wir jedoch selbst intensiv daran arbeiten, mehr über uns selbst heraus zu finden. Sind wir resistent? Wie stark sind wir resistent? Übersetzt in Handlungsaufforderungen: nutzt uns eine LowCarb Diät was, wenn ja, wie stark müssen wir die Kohlenhydrate einschränken? Diese Frage kann ich Euch nicht für jeden einzelnen beantworten, auch für mich selbst ist das ein ständiges Suchen nach dem richtigen Verhältnis.

Sogar innerhalb kurzer Zeit kann sich immer wieder etwas verändern, das kann durch direkten Eingriff von Außen sein (z.B. Tabletten, Stress, Hormontherapien z.B. Anti Babypille) oder durch Veränderungen in unserem Körper. Das macht den Wunsch nach einer “Einheitsdiät” für alle noch unrealistischer, weil wir uns nicht nur von unseren Mitmenschen unterscheiden sondern auch innerhalb unseres eigenen Lebens schwanken.

Aus diesem Grund möchte ich mit Euch gemeinsam ab dem 14. August die “Übergewicht heilen” Lesereihe machen, wo ich an einigen Abenden Internet Vorlesungen/Diskussionsrunden/Fragerunden zum Thema gebe und gleichzeitig meine Infos zur Verfügung stelle, wie die Korrektur der Resistenzen angegangen werden kann und wie man sich an seinen eigenen Ernährungsplan herantasten kann. Ich hoffe sehr, dass Euch dieser Artikel etwas Licht ins Dunkel gebracht hat und dass ihr versteht, warum es niemandem etwas nutzt, genau zu gucken was ich mache und das zu reproduzieren. Es geht immer darum, seinen eigenen Weg zu finden. Weil wir alle anders sind.

 

 

Vielen lieben Dank fürs Lesen und ich freue mich, wenn Du mir einen Kommentar hinterlässt.

 

Liebe Grüße

Anne

 

Butterkaffee:

Das Rezept ist ursprünglich von Bulletproof-exec (Original Bulletproof Coffee recipe)

1 große Tasse (500 ml) hochwertiger Kaffee (ich nehme gern diesen ) . Ein hochwertiger Kaffee ist wichtig, um die Belastung mit giftigen Substanzen (Myotoxinen) in der Herstellung der Kaffees auszuschließen. Ich benutze gern den Duck-Dingda um meine gemahlenen Kaffeebohnen mit der Senseo zu machen. Schmeckt ähnlich wie in der Frenchpress und ist so einfach.

2-6 Teelöffel Weidebutter (z.B. Kerrygold. Ghee geht auch, wird aber nicht so cremig)

1-2 Teelöffel virgines Kokosöl  (im Originalrezept wird MCT Öl in Medimanetenqualität empfohlen. Kokosöl besteht etwa 50%-60% aus MCT und das kommt mir natürlicher vor als ein Extrakt. Außerdem hab ich es da 🙂

 

Dann kommen alle Zutaten in den (bei Bedarf vorgewärmten) Standmixer und werden aufgeschäumt. Das irre ist, das sieht aus wie ein cremiger Milchkaffee hinterher und schmeckt echt gut. Diese Zubereitung funktioniert auch mit Tee und anderen warmen Flüssigkeiten sehr gut. Ich ersetze mit so einem Getränk Mahlzeiten oder erhöhe meinen Kalorienaufnahme, wenn ich keine Zeit zum Essen oder Kochen habe bzw. verschönere mir damit “intermittet fasting”  (Bulletproof intermittent fasting) . Wenn ich Butter als Ersatz für Milch benutze und normal frühstücke, dann reduziere ich die Menge des Kaffees um die Hälfte und arbeite mit 1-2 Teelöffeln Fett insgesamt.

 

* Die Anpassung dauert etwa 2 Wochen, kann jedoch bei stark vorbelasteten Menschen (Autoimmunerkrankungen, Diabetes Typ 2, Insulinresistenz, Leptinresistenz etc.) auch länger dauern.

**Ketonkörper baut unsere Leber auf Fetten. Sie können vollständig alle Organe mit Energie versorgen. Ketonkörper werden gebildet, wenn die Kohlenhydratmenge täglich unter 50g liegt. Der Schwellenwert ist da individuell verschieden, manche brauchen Anfangs geringste Kohlenhydratmengen wie beispielsweise 10 g am Tag oder weniger, andere haben mit 45  g auch keine Schwierigkeiten.

*** Cup = amerikanisches Volumenmaß

**** Ich empfehle “The vegeterian myth” nicht unbedingt wegen der Aufklärung, was an vegetarischer Ernährung nicht gut ist sondern weil Lierre sehr gut aufbereitet hat, wie wir zur vorherrschenden Ernährungslehre gekommen sind. Es ist also politisch durchaus interessant, auch wenn Du vielleicht vegan/vegetarisch lebst und vor den anderen Argumenten die Augen verschließen musst. Ignorier einfach den Teil, der Teil Rund um Ernährung ist es Wert, gelesen zu werden von jedem.

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5 Comments

  1. Soulshine

    ich bin ein wneig zwiegespalten über diesen beitrag. zum einen denke ich mir “schön… das ist genau das, was du die letzten tage schon annährend erkannt gelernt usw. hast und endlich gibt es eine begründung für alles” zum anderen denke ich mir ” hilfe wie soll das gehen so ganz ohne kohlenhydrate und das wo ich mich doch grade hauptschlich davon und salat ernähre.”

    zum anderen frage ich mich, an wen wende ich mich jetz, der mich begleitet dies auszuprobieren und eine umstellung vorzunehmen, denn ich bin von geburt an übergewichtig mit scheinbar einer insulinresistenz dank des diabetes meiner mutter, habe mitlerweile 170 kg mit 24 jahren und eine magenop beanragt, die abgelehnt wurde mit der begründung ich solle eine stationren klinikaufenthalt machen wegen der essstörung. doch die halten sich doch genauso an die normalen empfehlungen der DGE (?).und haben sicher kein plan von dem was hier beschrieben wurde bzw kein plan für eine umsetzung des hier genannten. also können die eh nichts ausrichten. das sind momentan meine gedanken dazu und ich fühl mich vollkommen hilflos und verzweifelt .

    Was also machen. ich brauche hilfe, denn mein gewicht kennt derzeit nur noch eine richtung man sieht es an 25 kilo zunahme in etwas über einem jahr

    soulshine

    Antworten
    • Renate

      @soulshine: Deine Verzweifling kann ich gut verstehen, es ging mir auch immer mal so, dass ich nicht wusste, wie bzw wo ich anfangen soll. Ich hab’s dann so gemacht, dass ich bestimmte, unerwünschte Sachen nach und nach ersetzt habe. Gut ist es auch, sich ein kleines Ziel pro Tag zu stecken, bspw: heute esse ich keinen Zucker. Wenn Du einen Tag geschafft hast, nimmst Du Dir den nächsten Tag vor etc Mach’ also lieber kleine Schritte als Dich einmutigen zu lassen. Frag mal Deine Krankenkasse, ob sie auch eine Ernährungsberatung in Richtung Low Carb finanzieren würden. Das ist zwar nicht Paleo, aber die Grundidee wäre schon mal da.

      Antworten
    • Nadine Brinkmann

      Liebe Soulshine,

      Ich war auch mal soweit, eine OP beantragen zu wollen. Habe sogar mit diesem kombinierten Abnehmprogramm begonnen, das dafür Pflicht ist (die Abkürzung dafür fällt mir gerade nicht mehr ein). Und ausgerechnet die Psychologin, die mit mir das Interview gemacht hat, um eine mögliche Essstörung festzustellen, hat mir von Annes Youtube Videos erzählt. Und ich bin ihr so unendlich dankbar dafür!

      Ich dachte vorher, ich wüsste schon viel über gesunde Ernährung, aber ich musste dann feststellen, dass ich eigentlich nichts wusste, sondern nur die allgemeinen, unpassenden Empfehlungen nachplappern konnte, ohne wirklich etwas zu wissen.

      Und ich habe im Anschluss daran viel gelesen, u.a. ‘The Paleo Solution’ von Robb Wolf. Und im Anschluss daran habe ich die im Buch befindliche 30-Tage-Challenge gemacht (sehr ähnlich zu Annes CE30). Ich habe mit mir selbst eine Vereinbarung getroffen, diese Art der Ernährung für 30 Tage auszuprobieren, und zwar ohne Wenn und Aber und ohne -und das ist seeeehr wichtig – Ausnahmen. Nur für 30 Tage!

      Und tatsächlich war es bei mir genau so wie Anne oben schreibt. Ich, die vorher jahrelang vergeblich versucht hat, ihren Süßigkeiten-Konsum zu reduzieren, und eigentlich immer nur das Gegenteil erreicht hat, nämlich dass er immer weiter anstieg, hatte plötzlich keinen Heißhunger mehr nach Süßigkeiten. Er war einfach weg!
      Ich konnte es selbst kaum glauben! Da nebenbei während der 30 Tage auch noch 6 kg weggegangen sind, habe ich einfach mit dieser Ernährung weitergemacht, und es fiel mir überhaupt nicht schwer, im Gegensatz zu allem anderen, was ich vorher schon versucht hatte!

      Trau dich, probier es! Wenn du die ersten 30 Tage aus vollem Herzen dabei bist, klappt es!
      Die erste Woche wird hart, zugegeben, aber danach ist alles easy!

      LG,
      Nadine

      Antworten
  2. Ute

    Hi Anne, ein wirklich guter und ausführlicher Artikel. Du hast alles sehr anschaulich und verständlich erklärt.

    Aber genau weil du weißt, es tut Aufklärung Not an uns
    “Naturdicken” und den restlichen Menschen, schlage ich vor dich an ein größeres Publikum zu wenden.
    Du warst doch schon mal in einer Fernsehsendung. Vielleicht ein Porträt von dir machen und deiner “Gewichtsarbeit” und Ernährungsforschung der letzten Jahre. Du arbeitest ja wirklich hart daran dieses Wissen, dass du mittlerweile erworben hast, weiterzugeben. Ich(53) wiege jetzt ungefähr soviel was du schon abgenommen hast. Ich werde in den nächsten Tagen Oma und will doch noch solange ein besseres/dünneres Leben haben, dass ich es mit meiner Enkelin genießen kann. Rennen springen Rad fahren schaukeln. Jetzt mach ich schon nach 10 min schlapp. Das will ich ändern. Hab auch schon abgenommen, aber rutsche immer wieder in die Kohlenhydratfalle in Wechselwirkung mit der Ernährung meines Mannes. Ist vielleicht auch ein Thema wie stell ich meine Ernährung um wenn ich noch “normal” für ihn kochen muss? (Weigert sich auf Kohlenhydrate zu verzichten)

    Antworten
  3. Michael

    Hi Anna,

    ein wirklich sehr umfangreicher und detaillierter Beitrag.

    Zu ganz vielem davon kann ich auch als Ernährungsberater Ja! sagen. Doch wird der Genetik viel zu viel Bedeutung zu beigemessen. Fakt ist, es gibt bei jedem Menschen eine genetische Grundausrichtung (Disposition). Die kann bei dem Einen auf schlank und bei dem Anderen auf dick ausgelegt sein.

    Doch ist es letztlich unser Handeln und die Lebensweise, die die Genetik dann in vollem Ausmaß zum Vorschein bringt.

    Erst der Kopf, dann der Körper! Gedanke-Gefühl-Handlung-Ergebnis

    Alles im Universum funktioniert nach diesem Prinzip. Will ich andere Ergebnisse, muss ich andere Gedanken haben. Ein Mensch mit einer Genetik zum dick sein, wird vielleicht kein 100m Sprinter, doch gesund und “normal gewichtig” kann er auf jeden Fall sein.

    Ganz liebe Grüße

    Michael

    Antworten

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Ich bin Anne Engel aka Bella Lamour. Ich blogge und youtube über das Abnehmen, Beauty und Bücher. 2007 habe ich mehr als 260 Kilo gewogen und habe mich seit damals mehr als halbiert! Im Netz teile ich meine Erfahrungen und versuche, anderen Abnehmverrückten bei ihrem Weg zu helfen. Unter dem Pseudonym Bella Lamour veröffentliche ich spannende und erotische Romane, die sich häufig unter den Amazon Bestsellern tummeln.

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