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Geek Stuff und die Büchse der Pandora

Geek Stuff und die Büchse der Pandora

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In meinen Artikeln zur Gesundheitsanalyse vor dem Abnehmen habe ich irgendwo Urinteststreifen erwähnt, mit denen auch Arztpraxen den Urin untersuchen. Dazu hatte ich eine interessante Rückfrage, die heute ganz gut in unser Thema passt.

Für heute sollte es eigentlich um die Box der Pandora gehen. Denn nach ihr haben viele von Euch gefragt. Nun gut, gewisser Weise habt ihr danach gefragt. Niemand von Euch sprach von Pandoras Box.

Pandoras Box – ist das Dir ein Begriff? Im deutschen ist es “die Büchse der Pandora” und Wikipedia definiert sie so: “Die Büchse der Pandora enthielt, wie die griechische Mythologie überliefert, alle der Menschheit bis dahin unbekannten Übel wie Arbeit, Krankheit und Tod. Sie entwichen in die Welt, als Pandora die Büchse öffnete.”

Natprlich hat mir niemand Fragen zur griechischen Mythologie gestellt – sondern zur Frage, warum ich so “unentspannt” geworden bin in Bezug auf einen großen Teil üblicher Nahrungsmittel (Soja, Getreide, Zucker, Industriefleisch). Das “unentspannt” ist dabei übrigens ein Originalzitat und keineswegs meine eigene Einschätzung der Situation.

Ihr fragt mich, warum ich in früheren Videos bestimmte Shakes benutzt habe und diese nun wie von Zauberhand aus meinen Videos verschwunden sind. Ihr fragt mich, wie ich zuerst Agavendicksaft, Creme Fine, Pflanzencreme, Tofu und auch Billigfleisch in Videos zeigen kann und zwei Jahre später eine andere Meinung habe. Ihr fragt mich, warum ich meine Aktionen “hardcore” gestalte, also warum viele meiner Programme “hart” sind.

Was das alles mit der Büchse der Pandora zu tun hat? In Bezug auf Ernährung und Abnehmen habe ich meine ganz eigene Büchse der Pandora geöffnet, als ich auf Paleo gestoßen bin. Eigentlich war es Jon Bensons “Schuld”, dessen Plan für die “Sauberesser” mit dem grasgefütterten Fleisch anfing.

Während ja ne Menge Leute denken, ich springe mit meinen Meinungen schnell hin und her, ist eigentlich das Gegenteil der Fall. Wenn ich etwas Neues lese oder höre, dann bezweifele ich es zunächst. (Nun ja, und das “Alte” bezweifle ich sowiso). Ich bin also ein Zweifler geworden, ich finde das ist gut so. Da kam also Jon mit seinem genialen Abnehmplan und ich sitze da und denke: was soll das ganze Grasgefüttert? Warum soll das gut sein? Ich vermutete einen ethischen Grund. Und machen wir uns nichts vor: ich bin sicher nicht die Anwärterin auf den großen Preis der Ethik und Gutmenschlichkeit, selbst wenn es ja heute trendy ist, allerlei Gerede um die Ethik zu machen.

Obwohl ich das “grasgefütterte” Krams für irgendeine Art von Ökoanfall hielt, der zwar wirklich nett ist – aber eben nicht selbst beim Abnehmen hilft – hat mich die Zweiflerin in mir weiter recherchieren lassen. Ich wollte eine echte Antwort finden, ich wollte wissen, ob mehr als nur Ethik hinter dieser Produktauswahl steckte.

Gewissermaßen öffnete ich mit dieser Frage meine Büchse der Pandora, meine Entdeckungen veränderten meine gesamte Weltsicht. Schrittweise weitete sich die Recherche aus. Die Erkenntnis, die ich damals hatte, war ernüchternd.

Ich dachte damals mit meinen zu dem Zeitpunkt über 100 Kilo, die ich bereits abgespeckt hatte bis dahin, ich wüsste wie der Hase läuft. Ich dachte, ich wüsste, was gesunde Ernährung bedeutet. Ich erkannte, ich wusste nix. Ich erkannte, dass viele Dinge, die ich zu wissen glaubte, mit “Wissen” überhaupt nichts zu tun hatten sondern mit (gezielten?) Fehlinformationen von Menschen, die ihre persönlichen Meinungen als Wissenschaft verkaufen. Und noch schlimmer waren die Fehlinformationen von Konzernen, die aus eigenen wirtschaftlichen Interessen mit geschicktem Marketing krankmachende Sachen als gesund deklarieren. (siehe Soja, hab einene Artikel dazu geschrieben)

Ein gutes Beispiel: Pflanzenöl. Mein Leben lang bin ich damit aufgewachsen, dass es besser ist als tierisches Fett. Schon in der Kindheit kann ich mich an Margarine erinnern. Pflanzencreme zum braten kam ein paar Jahre später hinzu. Butter und Schmalz wurden zu bösen Dämonen aus einer uralten Zeit, die man fürchten muss. Wenn Du die Box der Pandora geöffnet hast und erfahren hast, dass es eigentlich das Zuviel an Mehrfach ungesättigten Fettsäuren in Form des Omega 6 ist, was uns krank macht und mit verantwortlich ist für zahlreiche Erkrankungen – und eben genau diese angeblich ach so tollen Pflanzenfette sind voll davon. Getreide ist voll davon. Und da geht ja der kulturelle Brainwash (Gehirnwäsche) schon weiter: Getreide wird als gesund beworben, seitdem ich denken kann.

Brot, Nudeln – am besten noch Vollkorn. Die Gesundheitswelle traf mich in der Kindheit hart mit den grässlich schmeckenden Vollkornnudeln. Ernsthaft, die schmecken mir bis heute noch nicht – nur dass ich sie heute guten Gewissens vermeide weil ich weiß: die Dinger sind ohnehin nicht gesund. Okay Vollkornbrot mochte ich. Sogar lieber als Toastbrot. Aber am allerliebsten mochte ich Käse oder Wurst obendrauf, am besten genauso dick wie das Brot. Oder ohne Brot. Letzteres war damals natürlich nicht “en vogue” schließlich war Brot ja das “gesunde Lebensmittel” und Käse und Wurst böse und fett.

Jons “Grasgefüttertes Rindfleisch” hat mich also mit der Ausgangsfrage nach dem “Warum” tiefer und tiefer in eine Weltansicht hinein gezogen, in der einfach ALLES hinterfragt werden muss. Und manche Erkenntnisse scheiden tatsächlich so tief ins eigene Fleisch, dass es einen einfach verändert.

Ich will kein anderes Fleisch mehr, seit dem ich den wahren Grund kenne für die Entscheidung. Da kann man auch getrost mal einen Moment auf Ethik scheißen, so lebensverändert war diese Erkenntnis für mich: wenn wir Rinder mit Getreide und Soja aufziehen, wie es in den Fabrikfarmen geschieht, dann verändern wir das Produkt, was wir auf dem Teller haben.

Rindfleisch hat bei Weidehaltung einen Omega 3 zu Omega 6 Verhältnis, dass zwischen 1:1 und 4:1 liegt je nach Fruchtbarkeit des Weidelands. In eiesem Verhältnis liegt such unser eigener Omega6 zu Omega 3 Ratio im gesunden Bereich. In Tieren aus Getreide- und Sojafütterung sind die Verhältnisse je nach Grünfutteranteil häufig jenseits von 14:1 . Und wir erinnern uns: Omega 6 macht krank, wenn es im Überschuss vorliegt, was dank der Pflanzenöl-ist-gesund Propaganda und dem krank-gefütterten Fleisch normal ist. Meine erste Blutbestimmung von Omega 6 zu 3 hatte damals ein Verhältnis von über 20:1 ergeben, und das lag schon relativ niedrig, Werte von 40:1 sind heute angelich keine Seltenheit mehr. Meine letzte Bestimmung vor ein paar Wochen war 8:1 – bald bin ich wieder im gesunden Bereich aber das hat gedauert.

Die Belastung, die durch Medikamente und Hormonspritzen für schnelleres Wachstum entsteht, landet ebenso im Fleisch wie die Hormonladung an Pflanzenöstrogenen aus dem Soja. Sogar Pestizidrückstände aus den verfütterten Getreiden sind im Fleisch. Im Regelfall lebt ein Rind 8-12 Monate in einer Fabrikzucht und es wird keineswegs “leichter” also mit weniger Gewicht geschlachtet, wie beispielsweise die etwa 4 Jahre alten Bullen, die hier in der Region auf der Weide gelebt haben. Ob BSE oder die Belastung mit e Coli Bakterien: Weiderinder sind davon kaum bedroht weil erst die nicht artgerechte Fütterung Soja, Getreide und Tiermehl den PH Wert im Verdauungssystem Rinds von basisch nach sauer verschieben und somit die Bakterienkulturen sterben, mit denen die Rinder symbiotisch zusammen leben (so wie wir mit unseren nütlichen Kulturen im Darm), Genau wie bei uns ist diese Kultur ein großer Teil des Immunsystems in dem die Besiedlung mit guten Bakterien keinen Lebensraum lässt für die Besiedlung mit schädlichen Eindringlingen. Billigfleisch hat also auch noch das Risiko, Krankheitserreger zu übertragen, die normalerweise nicht da sind.

Das Rind war da nur ein Beispiel. Ein anderes Beispiel ist Farmfisch. Gefragte Fischsorten wie Pangasius, Wildlachs oder Seelachs aber auch Scampis und anderes Meeresgetier wird längst nicht mehr grundsätzlich wild gefangen. In Fischfarmen werden die Tiere mit Pellets aus Getreide, Soja und Tiermehlen gefüttert – das verändert total, was dann auf dem Teller landet. Ein billiger “Wildlachs” aus einer Fischfarm hat ein Verhältnis von Omega 3 zu Omega 6, dass uns beschämen müsste – und wird dennoch beworben mit “von Natur aus Reich an Omega 3”. Ein gutes Stück grasgefüttertes Rind hat mehr Omega 3 als eine Portion Farmfisch aus dem Discounter. Guter Fisch ist wild gefangen – nicht gezüchtet. Guter Fisch kostet seinen Preis und ist weit ab von der Küste noch teurer und schwierig zu bekommen.

Nächstes Beispiel sind die Freilandeier: Hühner die biologisch im Freiland aufwachsen, geben Dir ein anderes Ei als Käfighaltung – oder auch Bodenhaltung. Selbst wenn Bodenhaltung “Bio” ist – es ist nicht das gleiche wie ein Freilandei. Wenn Du auf natürliches Omega 3 im optimalen Verhältnis Wert legst, dann kaufst Du nur Freilandeier und lässt Dich auch von “Bio” Bodenhaltungs-Blendern nicht veräppeln.

Es ist also nicht abzustreiten: Fleisch ist nicht gleich Fleisch, Eier sind nicht gleich Eier , Fisch ist nicht gleich Fisch – selbst wenn wir erst Mal denken, dass die “Makronährstoffe” wie Eiweiß, Kohlenhydrate oder Fette ja nicht verändert sind, hat die Qualität unserer Lebensmittel einen direkten Effekt auf unsere Gesundheit.

Abnehmen geht nicht im wesentlichen um “hauptsache weniger wiegen” – es ist auch kein Wettbewerb um viel besser auszusehen. Das sind nette Nebeneffekte doch das wichtigste ist, sich auf ein lebenslanges Gut zu kümmern und das ist nun Mal die Gesundheit. Was hast Du davon, wenn Du irgendwann Dein Wunschgewicht erreicht hast aber kränker bist als vorher? Dick ist nämlich nicht gleich ungesund – ebensowenig wie schlank gleich gesund ist. Die BMI Einstufung in “gesund” oder “krank” mag das nahe legen – die täuscht jedoch über wichtige Tatsachen hinweg. Das wirklich gefährliche Fett ist nicht zu sehen. Es ist das viszerale Fett, das Fett in und um die Organe. Und genau das ist spannend denn sehr viele schlank aussehende Leute, die nach dem Body Mass Index schlank sind, haben eine gefährliche Menge viszerales Fett und leben somit gefährlicher als mancher Dicker, der viel subkutanes Fett (Hintern, Schenkel etc.) haben aber ein relativ normales Verhältnis von Taille zu Hüfte . Ein Taille-Hüft Verhältnis über 0,85 zeigt ein deutlich gesteigertes Risiko an, an Herz-Kreislaufkrankheiten und Diabetes zu erkranken. Ein normales Verhältnis liegt bei 0,8.

Das sind jetzt nur grob angerissene Fakten, die mich zu einer Frage führen: wenn Du das alles weißt, kannst Du dann noch so tun, als hätte sich nichts geändert? Ist es dann “unentspannt” zu sagen, ich möchte nicht mehr krank gemacht werden vom Essen? Ist es unter diesen Umständen wirklich verwunderlich, dass ich nicht mehr ständig mit Shakes in den Videos winke, wenn ich selbst nur noch gezielte Sorten und das auch nur im Notfall verzehre? Ist es verwunderlich, dass mich Pflanzencreme und Cremefine mal kreuzweise können und ich das “Gift” nicht mehr empfehle? Wenn Du die Wahrheit über Soja erfahren hast, ist es dann merkwürdig, es nicht mehr zu verwenden?

Ich weiß, dass viele Menschen der Meinung sind, man müsste sich langsam verändern und anpassen. Zum Teil stimme ich dazu – für mich war meine Anpassung sogar langam und ich verrate Euch was: die dauert noch an. Auch das ist ein Teil der Büchse der Pandora: ein Mal geöffnet gibt es kein einfaches Akzeptieren mehr, es entsteht immer wieder diese Frage nach dem “Warum”, nach dem “Wie genau”. Ich kann gar nicht mehr einkaufen, ohne das Etikett zu lesen. Ich kaufe kein Fleisch mehr an der Theke ohne zu fragen, woher es kommt und was es gegessen hat. Ich bezweifle auch alle Theorien über die Auswirkung von bestimmten Lebensmitteln auf den Körper / die Blutwerte und teste es dehalb selbst.

So gelangen wir von Pandoras Box zum Geek Stuff: den verschiedenen Möglichkeiten, sich selbst und seine Gesundheit auf eine ganz interessante Weise im Auge zu behalten. Da konkret nach den Urin Schnelltests gefragt wurde, werden die heute das Beispiel sein. Niemand muss zwingend für den Erfolg beim Abnehmen sein Blut, seinen Urin, seine Vitalfunktionen oder sonstwas regelmäßig testen. Genauso wie ich sicher bin, dass das reine Abnehmen auch nach wie vor mit allen Formen von Lowcarb Shakes, Fabrikfleisch, Bodenhaltungseiern funktioniert. Also halten wir das fest: es geht nicht darum, ohne diese Maßnahmen nicht klar zu kommen oder nicht abzunehmen, es geht mir darum, bestmöglich meine Gesundheit im Auge zu behalten. Das entspannt mich und gibt mir das gute Gefühl, das bestmögliche für mich zu tun.

Beim Testen geht es darum, manche Dinge für sich selbst kritisch zu hinterfragen. Nicht in dem Studien gelesen werden – das ist müßig, denn für jede Studie kann mittlerweile durch eine gegenteilige Studie widerlegt werden. Viel wichtiger ist mir im Laufe der Jahre geworden, wie mein eigener Körper reagiert. Als Beispiel nehme ich den Säure-Basen-Haushalt. Der ist in aller Munde und wird gerade zum Abnehmen als Grund disktuiert, dass ein übersäuerter Körper nicht abnehmen kann. Während die meisten Menschen nur die Theorie kennen, dass Getreide, Fleisch, Eier etc. sauer wirken und Gemüse basisch , ist den wenigsten Menschen bewusst, dass es mehrere Theorien dazu gibt, wie unser Körper welche Lebensmittel nun verdaut und welche Ausscheidungsprozesse aus welchem Grund passieren. Und die wenigsten Menschen wissen, dass das gesamte Konstrukt Rund um Säure-Basen-Haushalt wissenschaftlich auf dünnem Eis schlittert, während der Hype darum den Eindruck erweckt, es handle sich um Fakten.

Ich ernähre mich momentan ketogen, das wisst ihr ja. Gemüse kommt mir da nur in Form grüner Blätter auf den Teller, das zwar recht großzügig aber de fakto ernähre ich mich n Bezug auf die Kalorien von Rindfleisch (grasgefütterter Black Angus aus der Region), Freilandeiern, irischer Weidebutter, virginem rohen Kokosöl und ab und zu Sardinen aus der Dose in Olivenöl. Wildfang Fisch bekomme ich schlecht hier mitten im Land und Farmfisch esse ich nicht. Fisch gibts also nur hin und wieder bis ich eine Quelle gefunden habe, um vernünftigen Fisch zu bekommen.

Meine Frage war jetzt, wie schädlich ist diese Ernährung für den Säure-Basen-Haushalt? Mit den Teststicks kann ich das sehr genau kontrollieren, weitaus besser als mit Monotests – denn so sehe ich gleichzeitig die Werte der Ketonmessung (Ketonkörper sind sauer vom PH Wert, d.h. ihre Anwesenheit senkt den PH Wert etwas mehr in den sauren Wert) , des spezifischen Gewichts des Urins (wie konzentriert er ist) und den PH Wert. Zur zusätzlichen Kontrolle des Ph Werts habe ich noch den Speicheltest eingesetzt , weil die Skala da noch etwas genauer ist.

Nach der bekannten Theorie zum Säure Basenhaushalt müsste ich jetzt ja nach mehr als drei Monaten mit dieser Ernährung stark im sauren Bereich liegen immerhin besteht meine Nahrung hauptsächlich aus Säuren. Ich nehme keine Basentabletten oder so ein.Doch dank der Selbsttest habe ich festgestellt, dass zumindest für meinen Körper diese Theorie mit den Säuren und Basen schlichtweg nicht gilt.

Sogar in den ersten zwei drei Wochen der Umstellung auf Ketose blieb mein PH Wert trotz der zu dem Zeitpunkt noch anteilsmäßig viel ausgeschiedenen Ketonkörper im normalen leicht sauren Bereich. (Zwischen 6 und 7). Dabei wies der erste Morgenurin meist eine etwa saurere Messung auf während im Laufe des Tages die Werte zwischen 6 und 7 schwankten. Interessant war dabei auch der Zusammenhang mit dem spezifischen Gewicht des Urins und dem Ergebnis: morgens war das spezifische Gewicht etwas höher, damit war auch der Nachweis der Ketonkörper höher und der PH Wert sauerer. Schon bei der Messung im 2. Urin (auch ohne Frühstück aber nach dem Trinken) war der Urin basischer geworden und die Ketonkörper kaum noch nachweisbar.

Die Tests sind günstig, so konnte ich jeden Tag 5 Tests machen um den Verlauf meines PH Werts zu vergleichen mit den Dingen, die ich so gegessen habe. Selbst an Tagen, an denen ich das Gemüse komplett gestrichen hatte – meist aus Faulheit es zuzubereiten – habe ich keinen Wert unterhalb des Normalwerts gemessen. Und wohlgemerkt habe ich mit Speichel und Urin getestet, also ist das Ergebnis so valide.

Interessant war, dass ich etwa 3 Stunden nach dem Essen eins Croissants mit Nutella (hatte mir einen Fehltritt erlaubt…) den ersten Wert unter einem PH Wert von 6 gemessen habe (5,5) und es war die erste Messung direkt nach dem Verzehr. Das lag möglicherweise an den ausgeschiedenen Ketonkörpern weil ja Zucker gegessen wurde, was die Ketose subito beendet.

Selbst einen Tag später war die Säuremessung noch erhöht obwohl ich dank eines anstrengenden Trainings bereits zurück war in Ketose.Den basischsten Wert(ohne Bad) habe ich nach einem Ribeye Steak mit etwas Babyspinat mit Dressing aus Eigelb bisher gemessen (7,4).

Darüber hinaus habe ich getestet, welche Wirkung Basentabletten haben auf mich: die DM Tabletten habe ich gehabt und nach Anleitung (3×2 täglich eingenommen),die Wirkung war auch noch einer Woche nicht signifikant d.h. ich schwankte weiter im üblichen Rahmen.

Die Basentabletten habe ich dann nach 2 Wochen testen in die Tonne getreten. Nächster Tipp waren Basenbäder. Erstaunlicherweise gibt es da Unterschiede in der Qualität. Das DM Basenbad (um 8 Euro) hat nichts verändert (3 Bäder in der Woche; keine signifikante Senkung des PH Werts weder direkt im Urin nach dem Bad noch im Laufe des Tages oder der Woche).Während mein teures Basenbad (das hier) meinen PH Wert direkt nach dem Bad um einen ganzen PH Wert gesenkt hat (Werte zwischen 7,4 und 7,9) und die folgenden Tage bis zum nächsten Bad abgesehen vom ersten Morgenurin zwischen 6,5 und 7,2 schwankte. Erst nach dem vierten Tag ohne Basenbad war ich wieder im Bereich zwischen 6 und 7 wie “ohne” Maßnahmen.

Ich habe dann getestet, wie das selbstgemachte Basenbad wirkt (aus Totem Meersalz, Kaiser Natron und ein paar Tropfen Olivenöl). Definitiv war die Performance nicht so klar zu erkennen, wie beim teuren Basenbad jedoch war mein PH Wert für etwa 2 Tage 0,3-0,5 erniedrigt, was mich überrascht hat, weil das Basenbad von DM ja keine Wirkung gezeigt hatte.

Ich habe durch das Testen also folgende Dinge für meinen Körper heraus gefunden:

1. Ich habe ein funktionierendes Säure-Basenverhältnis trotz ketogener Ernährung
2. Eine fleischreiche Ernährung übersäuert mich nicht
3. Wenn ich ein Basenbad machen will, dann entweder das selbstgemixte oder das teure. Das mittelpreisige ändert bei mich nichts. (und kostet immerhin auch 8 Euro)
4. Basentabletten muss ich nicht einnehmen, die sind unsinn.

Diese Antworten helfen mir, für mich begründete Entscheidungen zu treffen und mich nicht mitreißen zu lassen von irgendwelchen “Modethemen” wie beispielsweise “Übersäuerung des Körpers”.

Man kann also viel über die Gefahr von übersäuerung bei ketogener Ernährung quatschen, doch ist es wohl wesentlich wichtiger, den eigenen Körper zu beobachten und zu gucken, ob solche Theorien für einen selbst auch wahr sind. Für mich habe ich durch dieses Experiment zum Säure-Basen-Haushalt gelernt, dass eine fleischreiche Ernährung nicht zur Übersäuerung führt und dass der PH Wert in Blut und Speichel tagsüber periodenweise schwankt bei mir allerdings in realtiv “engen” Grenzen von etwa 1 Zählerpunkt. Ich habe außerdem gelernt, dass trotz des sauren ph-Werts der Ketone mein Wert nicht außerhalb des Normbereichs landet, egal wie stark ich die Kohlenhydrate begrenze. Sogar bei Werten von 4 mmol/L von Ketonen im Urin bin ich nie unter einen PH Wert von 6 gefallen (außer dem 1. Morgenurin, der ist jedoch absolut normal wenn er saurer ist als den Rest des Tages weil nachts bei einem funktionierenden Körper besonders intensiv die Säuren ausgeschieden werden).

In gewisser Weise macht das Sinn. Inuit sind ein gutes Beispiel, sofern diese traditionell leben. Die haben auch keine Übersäuerung und ernähren sich 100% von tierischer Nahrung. Nebenbei haben die auch die ganze Palette unserer Zivilisationskrankheiten nicht. Solle einem zu Denken geben. Ich will nicht vorschlagen, auf das Gemüse zu verzichten. Ich esse vom Volumen her zu meinen Mahlzeiten 50-80% grünes Gemüse, besonders gerne Kohlsorten jeder Art und Broccoli, Spinat und Kräuter. Ich nehme also durchaus Basen zu mir, nur überwiegen die Säuren.

Der Grund für einen gestörten Säure-Basenhaushalt muss auf Grund meines Selbstexperiments definitiv von etwas anderem ausgelöst werden, als die Ernährungstheorie es nahelegt, denn trotz ketogener Ernährung ist bei mir alles paletti.

Ich hoffe, diese Ausführung hat verständlich gemacht, warum ich mich gerne mit solchen Tests beschäftige. Diese Urinstreifen sind ja nur ein Beispiel, ich habe auch phasenweise den Nüchternzucker morgens getestet oder mein Gesamtcholesterin und Triglyceride. Jetzt bin ich ganz verrückt nach einem Messgerät , um meine Ketone im Blut zu messen. Ich bin schon so lange in Ketose, dass ein Nachweis über den Urin in 90% der Fälle nicht möglich ist, weil sie in der Teststreifen-kompatiblen Form nicht mehr ausgeschieden werden.

Sich selbst aktiv mit seiner Gesundheit zu beschäftigen, ist vielleicht nicht unbedingt nötig – es ist aber ohne Frage spannend. Und entspannend, denn man kann so eine Menge “Fragen” klären, die im Kopf auftauchen oder eben im Email Postfach.

Zum Schluss möchte ich noch etwas dazu schreiben, dass manche von Euch meine Pläne und Programme “hardcore” finden. Oder eben einfach nur “hart”. Ich verstehe, dass das auf Leute von Außen so wirkt, als müsste ich mich kasteien. Da ihr jetzt verstanden habt, auf welchen Grundlagen meine Entscheidungen fallen, versteht ihr sicher, dass ich persönlich die Wahrheit in Bezug auf bestimmte Lebensmittel (z.B. Soja, Getreide) so “hart” finde, dass mir der Verzicht leicht fällt.

Manchmal ist es auch nicht soooo pipileicht – aber hart? Nein. Bei Milchprodukten beispielsweise hat mein Herz etwas geblutet. Ich habe sie jetzt seit 2 Wochen aus meinem Leben gekickt und langsam wird der “Schmerz” kleiner – aber mal ernsthaft, ist Milchverzicht hart? Oder Getreideverzicht? Nicht wirklich, oder? Ich meine, es gibt eine Menge Dinge im Leben, die hart sind – aber irgendwelche unnötigen Gewohnheitsprodukte nicht zu essen, ist nicht hart, es ist einfach nur unbequem. Genau so sind vielleicht Pläne von mir für einen Neueinsteiger bei uns – unbequem. Das gute: die Pläne sind für Fortgeschrittene und als Alternative zum Plan, den ihr selbst macht. Darauf legen wir die Priorität: ihr macht Eure Pläne selbst. Ich teile meine eigenen Pläne mit Euch, damit ihr gucken könnt – nicht damit ihr es zwangsläufig so macht.

Deshalb fühlt Euch animiert, selbst zu forschen, Euren Körper kennen zu lernen und Zusammenhänge für Euch zu verstehen um Pläne zu machen, die für Euch funktionieren. Die sind dann nicht hart sondern nur gerecht 🙂

Anhang :

Weitere Testergebnisse, für alle , die es interessiert

Eiweißshakes

Ich habe festgestellt, dass Eiweißshakes trotz des Labels “Lowcarb” teilweise eine Wirkung auf meinen Blutzuckerspiegel haben und sogar in der Lage sind, die Ketose zu beenden oder zu verhindern. Diese Wirkung hatte ich auch, wenn die Proteinmenge begrenzt war auf 0,5g pro Kilo Körpergewicht im Tagesverlauf wenn ich an dem Tag Shakes konsumiert habe. Ohne Shakes blieb meine Ketose stabil bis zu 1,5 g /pro Kilo. Eine mögliche Erklärung ist, dass Eiweißshakes durch die Art der Verarbeitung gewissermaßen vorverdaut sind und somit den Insulinspiegel für Eiweiß relativ stark in kurzer Zeit erhöhen, weil die Aminsosäuren (Eiweißbestandteile) gewissermaßen ohne Aufwand sofort zur Verfügung stehen. Dazu sind ja Shakes gedacht (zum Beispiel nach dem Training um schnell an Ort und Stelle zu sein).

Für das Abnehmen mit Shakes zum Beispiel in Jons Plänen oder der normalen Form der Flatrate Diet ist das überhaupt kein Problem, weil keine Ketose angetrebt wird. Nur für eine ketogene Diät macht es Sinn, die verschiedenen Shakes zu testen auf ihre Wirkung auf eine stabile Ketose.

Für Ketose bei mir problematisch sind:
(Für ich noch ein, hab mein Gesundheitsheft zu Hause)

Bis zu 2 Portionen am Tag hatten keine negative Auswirkung:
Neuseeland Zeugs (zubereitet in Wasser mit 2 Eigelb und 2 Teelöffeln MCT)

Lowcarb Nudeln

Die Theorie klang toll, die Dinger sind saulecker aber ich musste lernen, dass sie selbst in Minimengen für ketogene Ernährung versagen. Der Zuckerspiegel steigt bei mir schon bei einer 50 g Portion (gekocht gewogen) und zwar um 40 Punkte mehr als bei einer üblichen Eiweiß-Fett Mahlzeit. Auch das Absinken des BZ nach der Mahlzeit dauert länger bis ich wieder auf meinen üblichen 75 bis 80 tagsüber bin.

Süßstoffe

Außer Xucker light und Stevia (nicht auf Maltitol Basis) unterbrechen alle die Ketose bei mir. Der Blutzucker steigt allerdings nicht sofort an sondern fällt, was für mich das Zeichen ist, dass trotz anderslautender Argumentation der Insulinspiegel bei mir ansteigt und in Folge dessen der Blutzucker abfällt. Etwa 3 Stunden später steigt der Blutzucker dann wieder etwas an und zwar über meinen üblichen Wert von 80 ( hab ich etwa 2 Stunden nach dem Essen wenn ich Lowcarb esse) . Ich lande da schon mal bei 110, was jetzt nicht im eigentlichen Sinne hoch ist aber für mich individuell ist der Wert hoch für 3 Stunden nach einer Mahlzeit, es ist eher der Wert, auf den der Blutzucker nach dem Essen steigt – wenn überhaupt. Im Regelfall (bei Keto) bleibe ich auch nach dem Essen unter 100. Logisch, ich esse keinen Zucker. Deshalb kann da auch nicht groß was steigen. Es heißt ja, dass Süßstoffe keine Insulinausschüttung verursachen. Schade, dass ich meinen Insulinwert nicht zuhause messen kann, das würde mich noch mal interessieren. Ich wüsste unheimlich gerne, was den Blutzuckeranstieg in diesem ungewohnten Muster bei mir verursacht, wenn ich bestimmte Süßstoffe konsumiere.

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8 Comments

  1. Limo

    Ich meine, bei Wolfgang Lutz (Leben ohne Brot) gelesen zu haben, daß bereits Insulin ausgeschüttet wird, wenn die Nahrung mit dem Speichel in Berührung kommt. Süßstoffe lösen über das Empfinden süß die Insulinproduktion aus und werden daher auch in der Tiermast eingesetzt. Leider konnte ich die Textstelle nicht wiederfinden.

    Antworten
    • Anne

      Ja diese Theorie habe ich früher auch immer verfolgt, sie ist nur leider wissenschaftlich als nicht wahr beschrieben also das wurde untersucht, mit welcher Insulinmenge wann reagiert wird und Süßstoffe waren da *angeblich* nicht dabei. Meine eigene Erfahrung durch das Testen ist eben, dass irgendetwas im Körper passieren muss, sonst würde ich ja nicht mit merkwürdigen Blutzuckerwerten darauf reagieren. Genau hier ist ja das Problem gegeben: die Wissenschaft sagt der Sachverhalt X sieht so aus und der Körper sagt schlicht und einfach “ätsch – reingefallen”.

      Dazu addiert sich, dass wir einige “Testerinnen” bei uns im Abnehmengel Club haben und jetzt kommt das spannendste daran: unterschiedliche Süßstoffe werden von den einen vertragen ohne Auswirkungen auf den Blutzucker und von den anderen nicht, es gibt eigentlich da auch überhaupt keine einheitliche Reaktion. Das macht die Forderung nach individueller Medizin umso wichtiger.

      Viele Grüße
      Anne

      Antworten
  2. Renate

    Hi Anne,

    vielen Dank für einen weiteren interessanten Artikel.

    Eine Frage: kann es sein, dass Du die Omega3 zu -6-Verhältnisse verdreht hast? Eingangs schreibst Du (Omega3 zu -6): 1:1 bzw. 4:1, und dann 40:1 bzw. 8:1. Müsste es nicht genau umgekehrt sein, da der Omega6 Anteil in unserer Ernährung generell höher ist?

    Meiner Erfahrung nach ist es übrigens nicht so, dass man in Küstennähe “besseren” Fisch bekommt: ich lebe in Hamburg und hier wird auf dem Wochenmarkt zu mind. 50% Zuchtfisch verkauft. Und ich dachte immer, dass ich beim Fischhändler in der Regel wild gefangenen Fisch bekomme, zumal der Fisch auch teurer war als der Supermarkt-Fisch. Da habe ich mich wohl geirrt… 🙁

    Antworten
    • Anne

      Hallo liebe Renate, Du hast Recht ich meine mit dem jeweils höheren Wert immer Omega 6 , ich muss das mal bei Gelegenheit korregieren damit es nicht verwirrend ist. Vielen Dank. Ich war bisher nur auf Rügen an der Küste, da konnten wir Fisch vom Kutter kaufen der *angeblich* noch nachts vor Cap Arkona geschwommen ist. Ich dachte, es gäbe sowas überall an der Küste (als Inlandsbewohner kann man das ja auch nicht wissen)

      Antworten
    • Anne

      Aspartam ist auch wirklich böse 🙁

      Antworten
  3. Limo

    Tschuldigung, Aspartam ist ein Süßstoff (Zuckerersatzstoff). Hier steht’s etwas ausführlicher: http://www.mensch-und-zahn.de/40857/58101.html “Aspartam lässt den Blutzucker verrückt spielen, …” Es scheint mir ein anderer Wirkmechanismus dahinter zu stecken als die Ausschüttung von Insulin. “Süßstoffe gehören zu den Zuckerersatzstoffen. Im Vergleich zu Zucker beeinflussen sie den Insulin- und Blutzuckerspiegel im menschlichen Organismus gar nicht (Süßstoffe) oder nur wenig (Zuckeralkohole)…” In diesem Forum sind einige gängige Meinungen gegenübergestellt: http://www.ketoforum.de/alles-ueber-die-ketose/17166-insulinausschuettung-durch-suessstoff.html Viele Grüsse

    Antworten
    • Anne

      Genau in dieser Unterschiedlichkeit der Meinungen zum Thema Süßstoff besteht meiner Meinung die absolute Notwendigkeit, dass jeder seine eigene “Meinung” über das Testen mit dem eigenen Körper bildet. Anders scheint das nicht zu gehen – nicht mal die Experten wissen eine echte Antwort sondern geben Meinungen bekannt, die aber scheinbar gar nichts nützen, wenn unsere eigenen Blutzucker-Reaktionen zeigen, dass da zwangsläufig etwas auf der Insulin-Glucose Schiene reagiert auf den Süßstoff. Und das noch dazu ganz unterschiedlich bei den Damen bei uns im Club, der eine reagiert auf Süßstoff A, der nächste auf B. Es gibt da kein Muster. Das führt dann also zum Sicherheitshinweis: Süßstoffe sollten immer gemieden werden, wie die Pest, es sei denn, man hat ganz persönlich und nur für sich selbst getestet, welchen Süßstoff man verträgt. Da Süßstoffe gut vermeidbar sind, ist es also meist einfacher, die Scheiße ganz vom Speiseplan zu kicken. Für viele Sachen gewöhnt man sich schnell an die Abwesenheit von “Zucker” bzw. “Zuckerersatz” insbesondere in Getränken ist das der Fall.

      Antworten

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Ich bin Anne Engel aka Bella Lamour. Ich blogge und youtube über das Abnehmen, Beauty und Bücher. 2007 habe ich mehr als 260 Kilo gewogen und habe mich seit damals mehr als halbiert! Im Netz teile ich meine Erfahrungen und versuche, anderen Abnehmverrückten bei ihrem Weg zu helfen. Unter dem Pseudonym Bella Lamour veröffentliche ich spannende und erotische Romane, die sich häufig unter den Amazon Bestsellern tummeln.

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