Select Page

Ketone messen – welchen Sinn macht das wirklich?

Ketone messen – welchen Sinn macht das wirklich?

Flattr this!

“Warum bleiben die Urintests der Ketone negativ, obwohl ich mich streng ketogen ernähre?” “Obwohl ich mich immer noch ketogen ernähre, bin ich aus der Ketose geflogen. Woran liegt das?” “Ich werde einfach nicht lila” (dunkellila heißt, dass sehr viele Ketonkörper im Urin nachweisbar sind). “Du sagst in Deinem Video dass man nach einigen Wochen keine Ketone im Urin mehr messen kann. Das stimmt aber nicht. Ich kann meine Ketone immer noch messen. Vielleicht musst die weniger Kohlenhydrate essen.”

Was sind Ketostix und was ist Ketose – Kurzüberblick für Neueinsteiger

Mit der ketogenen Ernährung habe ich scheinbar das Interesse von vielen geweckt und unheimlich viele Fragen ranken sich immer wieder Rund um die Ketostix. Für alle Neueinsteiger: Ketostix sind Teststreifen, die Ketonkörper im Urin nachweisen. Ketonkörper stellt unser Körper als Energiequelle aus Fetten her (körpereigenen oder verzehrten), wenn wir über mehrere Tage unsere Kohlenhydratzufuhr unter 50 g am Tag reduzieren. Die 50 g Schwelle ist dabei nur ein Anhaltspunkt, viele Menschen in unserer Gemeinschaft sind Insulinresistent, diabetisch, Leptinresistent oder haben andere Formen von Stoffwechselerkrankungen und haben dadurch eine durchaus noch geringere Schwelle, bei der diese Ketonkörper vom Körper gebaut werden. Ketogene Ernährung ist für Menschen mit diesen Stoffwechselproblemen die einzige Möglichkeit, abzunehmen und auch ihre Gesundheit zu verbessern ohne dabei auf extrem niedrigen Kalorien existieren zu müssen und sich mühevoll alles runterhungern zu müssen.

Ketone messen mit Urintest (Ketostix)

Nach einer Umstellung auf die ketogene Ernährung interessiert es viele, ob sie in den Zustand der Fettverbrennung als Hauptenergiequelle umgestellt worden sind. Die ersten Tage bis Wochen in Ketose nach jahrelanger kohlenhydratreicher Ernährung kann der Körper das noch nicht so gut, wie er es zum Beispiel bei der Geburt noch beherrscht, wo wir als Menschen in Ketose geboren werden. Die Ineffizienz ist ein wichtiger Grund, warum sich über Urintests die Ketose am Anfang einer Umstellung sehr sicher nachweisen lässt. Die Ausscheidung von messbaren Mengen der Ketone über den Urin zeigt, dass der Körper sich noch nicht vollständig angepasst hat an die Arbeit mit Ketonen und sie deshalb ausscheidet. Das passiert VOR dem Erreichen eines stabilen Levels an Ketonkörpern im Blut.  Stell Dir das als Auto vor: Du wechselst von Diesel auf irgendeinen Supertreibstoff – da sind einige “Umbauaktionen” notwendig, damit das Auto mit dem neuen Treibstoff klarkommt. Aber wenn alles umgebaut ist, dann schnurrt der Auto besser als jemals zuvor. Während der Anpassung verändert sich die Art, wie der Körper Ketone verwendet. Diese Veränderungen machen den Urintest der Ketone zu einer schwierigen Angelegenheit. Beim Start einer ketogenen Ernährung stellt der Körper zwei unterschiedliche Arten von Ketonkörpern* in etwa gleicher Menge her (beta-hydroxybutyrate und acetoacetate) und beide Formen dieser Ketonkörper werden beide anfangs sofort von den Muskeln etc. verbraucht und ansonsten beide über den Urin ausgeschieden. Im Laufe der Anpassung über ein paar Wochen verändert sich der Umgang des Körpers mit den zwei Formen von Energielieferanten: die Muskeln hören auf, beta-hydroxybutyrate direkt aufzunehmen und nehmen stattdessen nur das acetoeacetate auf reduzieren es zu betahydroxybutyrate. Dann geben sie es zurück in den Blutkreislauf. Deshalb herrscht nach ein paar Wochen der Anpassung eine Form der Ketone im Körper vor, das beta-hydroxybutyrate – was auch genau die Form von Keton ist, die vom Hirn bevorzugt wird.

Die Tücke der Urintests: deshalb funktionieren sie nicht für Ketose “Profis”

Die Tücke dabei für unsere Urintests: die Tests weisen acetoacetate im Urin nach, also genau die Form von Ketonen, die nach der Anpassung nicht mehr im Urin landen sondern von unseren Muckis umgewandelt werden in beta-hydroxybutyrate. Ergo: wenn nach einigen Wochen ketogener Ernährung die Nachweisbarkeit der Ketone nachlässt, dann ist das kein Zeichen, dass man zu viele Kohlenhydrate isst (vorausgesetzt man ernährt sich natürlich weiterhin sehr kohlenhydratarm). Es ist auch kein Zeichen, dass man etwas anderes falsch macht oder das mit dem Körper etwas nicht stimmt. Am Anfang der Umstellungsphase ist jedes Ergebnis im Urin “positiv” – bei Ketonen verhält es sich wie mit einem Schwangerschaftstest: entweder man ist schwanger (bzw. in Ketose) oder eben nicht.

Interessant ist eher der Fall, wenn man sich schon mehrere Wochen ketogen ernährt und immer noch positive Urintests bekommt. Das kann vieles bedeuten: entweder man hat zwischendurch immer wieder geschummelt und bewusst oder unbewusst zu viele Kohlenhydrate gegessen. Schlemmtage sind während einer Umstellung gerade für Menschen mit sensiblem Stoffwechsel deshalb ein No Go. Beispielsweise zeigt die anabole Diät mit Ladetagen die Tendenz, ihre Teilnehmer wesentlich länger mit positiven Urintests auf Ketone zu versorgen als eine komplett ketogene Ernährung ohne Ausnahmetage. Da der Energieverlust über den Urin relativ gering ist, halte sich das im Rahmen einer Definitionsdiät für Bodybuilder oder einen kurzfristigen Gewichtsverlust für unbedenklich – bei Vorbelastungen rate ich jedoch zum Anstreben der vollen Umstellung auf den Fettstoffwechsel, denn nur so läuft der Körper in dem Stoffwechselmodus, der über Millionen von Jahre uns Menschen geprägt und entwickelt hat.  Vorbelastungen können sein: Diabetes oder andere Stoffwechselerkrankungen, aber auch Hormonerkrankungen, Herzkrankheiten, metabolisches Syndrom bei einem selbst oder bei Blutsverwandten aber auch Gicht, PCOS, Alzheimer, Autoimmunerkrankungen jeder Art, Epilepsie, neurologische Probleme, Depressionen/Burnout gehören auf die lange Liste der Vorbelastungen, die ich hier nur angerissen habe.

 

Kann ich auch als “ketose-angepasster” Mensch  prüfen, ob ich in Ketose bin?

Grundsätzlich ja und zwar per Blutanalyse. Das kann entweder bei Deinem Arzt geschehen – es ist dafür ein Test von beta-bydroxybutyrate notwendig. Diesen kannst Du mittlerweile auch zuhause durchführen, in dem Du Dir ein Testset besorgst. (Das hier zum BeispielPrecision Xceed ) Die Teststreifen dazu für die Beta Ketone (DIESE) kosten um 14 Euro und sind damit günstiger als die der anderen Marken, die ich gefunden habe. Dennoch kostet 1 Ketontest im Blut immer noch knapp 1,40 Euro – der 10 er Pack knapp 14 Euro. Ob und zu welchem Zweck ein Nachweis der Ketose bei “Angepassten” notwendig ist, halte ich für erwähnenswert.

Wer braucht den Getose Bluttest wirklich?

Für den “Normalo” halte ich einen Ketosenachweis für nonsense. Immerhin werden mir alle Ketarier zustimmen: man “spürt”  “ES” sowieso. Also man spürt dass man quasi auf Supertreibstoff läuft und erkennt zum Beispiel sofort, wenn es einen kurzzeitig “rausgekickt” hat. Das gute ist ja, dass der Körper den Fettstoffwechsel erst Mal wieder lernen muss, aber wenn er das erst kann – ist bei den meisten Menschen der Wechsel zwischen Kohlenhydrat-Stoffwechel (zum Beispiel an/nach Schlemmtagen) und der Rückkehr ins gewissermaßen heilige Land genauso leicht wie atmen. Sofern der Ausflug in die Carb Welt nur kurz war, haben sogar Menschen mit einem empfindlichen Stoffwechsel meist kein Problem mehr mit dem Hin- und Herwechseln, solange nach der Kohlenhydratphase wieder einige Tage ketogene Ruhe einkehren kann.

Die meisten von uns sind aus Gründen in Ketose, die sich leicht zusammen zählen lassen: einige wollen “nur” abnehmen, andere wollen sich “heilen” von Resistenzen, Übergewicht, diversen Krankheiten die mit dem Kohlenhydrat-Stoffwechsel und Kohlenhydrat Intoleranz verwoben sind. Ein konkreter Ketonnachweis hilft am Anfang, die Spur zu finden – aber sobald die Ketonkörper nicht mehr im Urin nachweisbar sind, verblasst meiner Meinung auch eine absolute Notwendigkeit des Tests. Es gibt da jedoch wenige Ausnahmen.

1. Diabetiker 

Insbesondere Diabetiker, die auf Insulinspritzen angewiesen sind und/oder die Medikamente zur Blutzuckersenkung einnehmen, sollten über einen regelmäßigen Test der Ketonkörper im Blut nicht verzichten. Es geht dabei weniger um einen absoluten Nachweis der Ketose sondern darum, wie konzentriert die Anzahl der Ketone im Blut ist. Ein “Normalo” weist bei der natürlichen Ketose – dem primären Stoffwechselzustand des Menschen VOR der Agrarrevolution – eine Ketonkonzentration im Blut auf, die etwa bei 0,5-5 mmol/l liegt. Steigt der Wert der Ketonkörper im Blut, sollte mit weiteren Tests (Blutsalze, Säuren-Basenhaushalt, Blutgase) eine gefährliche Ketoazidose ausgeschlossen werden. Für Diabetiker bietet es sich an, ein Messgerät anzuschaffen, dass Glucose und Ketonkörper nachweisen kann.

2. Schwangere

Während der Schwangerschaft ist eine ketogene Ernährung total in Ordnung – ganz im Widerspruch zur landläufigen Meinung. Vorraussetzung ist natürlich, dass man seine Nährstoffzufuhr im Blick hat. (großartiges Buch dazu: The better Baby-Book)** . Eine liebe Freundin aus unserem Abnehmengel Club ist derzeit schwanger und hat von ihrer Diabetologin als Orientierung den Wert von 0,6 mmol/l bekommen. Ich verstehe aus wissenschaftlicher Sicht diese Einschränkung nicht, ebensowenig aus epigenetischer Sicht. Dennoch finde ich es beruhigend, einen Orientierungswert der Diabetologin anbieten zu können. Mich interessiert die Antwort brennend, warum sie diesen Wert genannt hat, weil der Stoffwechselzustand der Ketose via Blutanalyse erst ab 0,5 mmol/l anerkannt ist und somit 0,6 keinen signifikanten Unterschied zu 0,4 darstellt – immerhin reicht die als “gesundheitsfördernd” bekannte Ketoseskala bis zu einem Wert von 5 mmol/l. Ich werde da mal ein bisschen forschen. Wenn ich meine restlichen “jojo” Kilos wieder weg hab, dann werden wir auch wieder mit Babymachen anfangen (warum wir jetzt pausieren erkläre ich mal in einem Video bald) und ich werde vielleicht irgendwann schwanger. Und dann muss ich mich ja selbst mit der Frage befassen. Ich werde sicherlich meine Ketonkörper messen wollen, allerdings brauche ich einen Referenzrahmen, den ich verstehe. Mein aktueller letzter Test war morgens nüchtern und lag bei 2,6 mMol/L. Deutlich darüber und dennoch habe ich das Gefühl, genau so fühle ich mich top leistungsfähig und am besten. Deshalb komm ich zu gegebener Zeit auf dieses Thema zurück, sobald ich mehr weiß.

 

 

 Hier im kurzen Text noch mal die Antworten auf drei der eingangs gestellte Fragen, selbst wenn das gewissermaßen eine Widerholung ist:

“Warum bleiben die Urintests der Ketone negativ, obwohl ich mich streng ketogen ernähre?”

Geschieht dies am Anfang Deiner Umstellung, kann es sein, dass Du noch zu viele Kohlenhydrate für Deine persönliche Schwelle zu Dir nimmst. Die Schwelle findest Du so: reduziere die tägliche Menge der Kohlenhydrate (3-5 Tage) auf 5 g täglich und schaue, ob Du positive Ergebnisse erhältst. Steigere die Kohlenhydratmenge dann täglich um 5 g und schaue, wann Du wieder herausfliegst aus der Ketose. Bei mir ist das bei 35 g. Irgendwo zwischen 15 und 50 g sind Schwellen, die ich aus meiner Community kennen gelernt habe. Wenn Du vor der aktuellen ketogenen Phase in den letzten Monaten bereits eine sehr niedrig kalorische Diät gemacht hast oder eine Lowcarb Phase, kann es auch sein, dass Du bereits gut angepasst bist und deshalb kein acetoacetate nachweisen kannst. Ein Bluttest kann Dir da Gewissheit verschaffen.

“Obwohl ich mich immer noch ketogen ernähre, bin ich aus der Ketose geflogen. Woran liegt das?”

Entweder hast Du zu viele Kohlenhydrate gegessen Oder Du bist nicht aus der Ketose geflogen sondern genau genommen in ihr angekommen. Also im eingespielten Zustand der Fettverbrennung, in der acetoacetate von Deinen Muskeln zu beta hydroxybutyrat gemacht wird und Du logischerweise mit den Urintests nicht mehr “positiv” bist. Je länger Deine Umstellung her ist, desto wahrscheinlicher bist Du jetzt angepasst und nicht schlicht rausgeflogen.

“Du sagst in Deinem Video dass man nach einigen Wochen keine Ketone im Urin mehr messen kann. Das stimmt aber nicht. Ich kann meine Ketone immer noch messen nach acht Wochen. Vielleicht musst die weniger Kohlenhydrate essen.”

Wenn Du nach einigen Wochen sorgfältiger ketogener Ernährung immer noch Ketonkörper nachweisen kannst, bist Du aus irgendeinem Grund noch nicht im stabilen Stoffwechselzustand der Ketose angekommen. Die oberen beiden Antworten geben Dir Hilfestellung bei der Fehlersuche.

 

Ich hoffe sehr, dass dieser zusätzliche Infoartikel dabei hilft, das Messen der Ketonkörper besser zu verstehen und auch, warum irgendwann kein Nachweis mehr möglich – und für die meisten Leute NÖTIG – ist.

 

Viele liebe Grüße,

Anne

 

*stark vereinfacht.

** The better Baby Book  Wurde vom David und Lana Asprey geschrieben. David kennt ihr vielleicht von Bulletproof Exec. , er ist Ernährungsexperte in “unserer” Welt und hat unser Leben mit Bulletproof Coffee und Bulletproof intermitted fasting berreichert. Seine Frau Lana ist Allgemeinmedizinerin. Als die beiden ihr erstes Baby planten, wollten sie das beste dafür tun, um die “guten Gene” in ihren Kindern anzuschalten und die “schlechten Gene” abzuschalten. Das Buch ist wirklich prima geworden, denn es gibt klare Informationen, warum welche Ernährung gut ist vor und während der Schwangerschaft, welche Lebensmittel wir essen und vor allem: WELCHE NICHT. Und glaubt mir: das hat nichts mit dem üblichen Blabla zu tun, was in anderen Babybüchern drin steht, denn die Empfehlungen der Aspreys beruhen auf der relativ jungen Wissenschaft der Epigenetik. Auch die Art der Nahrungsergänzungen wird vorgestellt, welche Mittel zur Stresssenkung usw. Sehr interessant, nicht zu schwierig geschrieben und ein Must-Read für jede Frau mit Kinderwunsch oder Baby im Bauch (ähhhm und natürlich mit Englischkenntnissen, die recht gut sind).

About The Author

13 Comments

  1. Christoph Koydl

    Sehr schönes Video. Hätte mir nur gewünscht zu hören, daß Ketoazidose vorallem für Typ-1-Diabetiker zutrifft, weniger für Typ-2-Diabetiker, und daß es eigentlich nur dann gefährlich werden kann, wenn die ß-Hydroxybutrat-Konzentration jenseits von 15-20mmol/L liegt, und gleichzeitig ein hoher Blutzucker besteht (>200mg/dL). Wer nur geringe Mengen an Insulin noch selber herstellen kann, also einen niedrigen Blutzucker hat, für den ist Ketoazidose kein Thema.

    Grüße aus Berlin

    Antworten
  2. Miriam Steiner

    Liebe Anne,
    danke für den schönen Artikel!
    Leider besteht auch bei mir das Problem, dass ich selbst nach mehreren Monaten konsequenter (!) ketogener Ernährung reichlichKetone ausscheide. Je weniger Kohlenhydrate ich esse, umso dunkler sind die Sticks.
    Kann ich denn irgendetwas tun, um die Ketoadaption zu verbessern? Ich bin leider mittlerweile ratlos.
    Viele Grüße, Miriam

    Antworten
    • Anne Engel

      Hallo Miriam,

      wie sehen Deine Messwerte im Plasma (Blut) aus? Nach mehreren Monaten solltest Du eigentlich adaptiert sein. Wenn die Blutwerte zwischen 0,9-3 mmol (oder auch höher) bei niedrigem Blutzucker liegen, bist Du “drin” und brauchst Dir nichts draus machen, dass Du Ketone ausscheidest.

      Häufige Fehler: zu viel Eiweiß (empfohlen wird 1g/Eiweiß pro kg Magermasse, sehr empfindliche Personen reagieren auch darauf schon und da wäre dann erst mal 0,5g Eiweiß pro kg Magermasse angesagt. Das ist sauwenig. Deshalb benutze ich die ersten Wochen immer eine genaue Bilanzierung über z.B. FDDB und ich wiege tatsächlich jedes Gramm Fett und jedes Gramm Eiweiß, die Carbs sowiso)

      Google mal nach Skaldemann Ratio – Du solltest in jeder einzelnen Mahlzeit immer mindestnes einen Skaldemann von 1,2 haben. Besser deutlich höher, gut soll ab 2 sein.

      Nimmst Du viel Kokosöl/MCT Öl zu Dir? Da mittelkettige Fettsäuren sofort in Ketone umgebaut werden, spülen die in den Urin, wenn Du mehr davon zu Dir nimmst als Du verzehrst. Auch die Messzeitpunkte könnten interessant sein. Wenn Du in Stress gerätst oder direkt nach körperlicher Anstrenung misst, könnten sich die Sticks auch verfärben, weil dieser Zustand kurzzeitig die Ketose unterbricht.

      Dass Du eine angeborene Unfähigkeit hast, Ketone zu nutzen (das gibt es), ist eher unwahrscheinlich. Diese Veranlagung fällt meist schon im Kindesalter auf, weil sie weitere Symptome hat. Welche habe ich vergessen, musst Du mal in “Keto Clarity” lesen.

      Antworten
  3. Miriam Steiner

    P.S. Stoffwechselstörungen sind keine bekannt.

    Antworten
  4. Maik Pieper

    Hey sehr informative Seite doch wollte ich mir bestätigung von dir Persönlich einholen und dazu hätte ich noch ein paar fragen ^^ Also.. ich bin jetzt seid 2-3 tagen dabei mich mit unter 30g Kohlenhydraten zu versorgen ist es richtig (hab mir Ketostix besorgt heute angekommen und überprüft) wenn ich im Roten bereich bin (Moyen ++) das mein Körper sich jetzt umgewöhnt auf Ketose umzustellen und erst wenn er neutral ist und ich die ernährung nicht ändere das als Indikatorwert nehmen kann das ich mich jetzt tatsächlich in Ketose befinde?
    Ich strebe eine Anabole Diät an dazu hab ich auch die Frage sollte ich bevor ich den Refeed einlege wirklich 14 tage warten um meinen Körper an die Ketose zu gewöhnen oder ist das Unsinn? (Klingt nicht falsch aber wofür Grundlos beim Training schwächeln falls große Krafteinbußen eintreten)

    Zur Ernährung: Websites geben an das ich zudem auch noch ein großes maß an Fett zu mir nehmen soll ist das wirklich Ratsam wenn man es vermeiden kann?

    Und kann zuviel Eiweiss wirklich schaden? Ich trinke Zusätzlich zur sehr Eiweissreichen ernährung mehrere Shakes pro tag.

    Antworten
    • Anne Engel

      Hi Maik,

      die anabole Diät für Bodybuilder ist nicht ganz das Thema dieser Website. Ich bin Ketarier und da gibt es keinen Refeed. Wenn es nach der Theorie zu Lowcarb + Sport geht, empfehle ich Dir das Buch The Art and Science of Low Carbohydrate Living http://amzn.to/10sQua6 . Dort wird empfohlen, vor einem Gedanken an Refeed sicher keto adapted zu sein. Das dauert über 4 Wochen, in der Zeit wird von intensiver Betätigung auch abgeraten.

      Die anabole Diät im Bodybuilding geht dabei schmerzfreier vor, ich denke bei gutem Trainingszustand und einer streng bilanzierten Diät solltest Du in zwei Wochen gut “drin” sein. Die Ketosticks färben irgendwann nicht mehr oder kaum noch, wenn Du angepasst bist. Die Messung erfolgt dann im Blut über einen Fingerprick, wie Blutzucker messen. Du merkst es aber auch. In der Umstellung fühlst Du Dich im Alltag aber vor allem beim Training schlapper als auf Carbs. Sobald Du angepasst ist, passiert das Unfassbare (ich nenne es so, weil ich nach der Sommerphase auf moderat Fett, moderat Eiweiß, lowcarb – also nicht ketogen – immer wieder nicht fassen kann, wie viel mehr Kraft und Ausdauer ich durch diesen Zustand habe, sobald ich eingefahren bin). Das ist auch der Moment, wo Du nicht mehr Eiweiß wie blöd reinschieben musst, um die Muskeln beim Training zu schützen.
      Große Krafteinbußen hast Du in der Umstellung vielleicht, vielleicht auch nicht. Ich habe mich schlapper gefühlt, aber das wars auch. Mit bisschen Kampfgeist nichts, was man nicht überleben kann. Abends vor dem Schlafen gabs GABA und ZMA und dann wars gut. Auch vorm Training etwas MCT Öl gibt Zunder, aber vorsichtig rantasten, es ist nicht sofort verträglich in größeren Mengen.

      Ketogene Ernährung ist von einer Ratio abhängig. Das große Maß an Fett ist möglich – wie groß es allerdings sein muss, bzw. wie niedrig Du mit Kohlenhydraten und Eiweiß gehen musst, hängt ganz klar davon ab, wie empfindlich Du auf die Makros reagierst. Solange Du im Urin im roten Bereich bist, brauchst Du nichts weiter ändern (bzw. später im Blut sollten die Messwerte zwischen 1,5-3 mmol liegen für optimale nutrional ketosis. Ausnahme: erste Messung am Morgen, da ist auch unter 1 normal.)

      Dauerhaft zu viel Eiweiß ist nach Studienlage nicht empfehlenswert, insbesondere Methioninreiche Lebensmittel sind langfristig in großer Menge ein Problem (verkürzt das Leben, beschleunigt die Alterung, Krebsfördernd) – während einer Aufbauphase empfehle ich deshalb gerne reichlich gelantine z.B. durch selbst gekochte Knochenbrühe oder hydrolysiertes Kollegen zu Dir zu nehmen, das gleich den Methionin Überhang und seine potentiellen Nebenwirkungen aus. Eine Kur wird Dich nicht umbringen, wenn Du ordentlich trinkst (Wasser) und Deine Nieren usw. in Ordnung sind. Ein Gespräch mit Deinem Doc ist bei Zweifeln immer anzuraten, wir können hier keine ärztlichen Ratschläge ersetzen.

      Antworten
  5. Daniella

    Liebe Anne, ich möchte mich längerfristig ketogen ernähren, da ich eine massive Besserung meiner Migräne erfahren habe. Ich leide seit 30 Jahren an Migräne (bin 34) und habe alles versucht und nichts hat wirklich geholfen bis auf die Umstellung der Ernährung. Zudem ist es nicht schlecht ein paar Kilos verlieren zu verlieren (15kg). Deshalb habe ich 3 Fragen an dich:

    – wie lange dauert es (+/-) bis der Körper sich an die Ketose adaptiert hat? (Bin schon 1 Monat dran, bin aber 2 x kurz rausgeflogen.

    – Und wie spürt man dass man angekommen ist?

    – Brauche ich für die lanfristigie Praktizierung ein Messgerät?

    Vielen Dank für deine Antwort

    Antworten
  6. Lukas

    Hey!

    Da ich seit 3 Monaten in einer Low Carb Krise festgesteckt bin, habe ich mich entschlossen mal eine Keto ( Diät ) zu probieren.

    Habe mich jetzt seit 6 Tagen ketogen ernährt, jedoch nachdem ich gerade eben einen Ketostix-Test probiert habe, war kein Ausschlag der Färbung zu erkennen.

    Mache ich irgendetwas falsch? Oder hat mein Körper aufgrund der ( mehr oder minder konsequenten Low-Carb Diät, welche aus 5 Tage Diät & 2 -3 Tage normalen Essen bestand) sich schon an Ketone gewöhnt und scheidet diese nicht mehr aus?
    Falls in einer normalen Low-Carb-Diät überhaupt Ketone produziert werden (?)

    Danke schon mal im Vorraus!

    Antworten
    • Anne Engel

      Hallo Lucas,

      dass Du nach 6 Tagen vollständig ketoadapted bist, ist eher unwahrscheinlich. Hast Du konsequent Deine Kohlenhydrate gezählt und bist unter 20g/Tag (Einstieg Keto) geblieben? Viele brauchen sogar eine Senkung der Carbs auf 10g oder niedriger, um erst Mal in Ketose zu kommen. Auch die vorher “normale” Lowcarb Diät und 2-3 Tage normales Essen haben diese Adaption ggf. nicht hervorgerufen, ich kann ja nur raten – also Ferndiagnose ist nicht möglich. Du kannst im Blut testen, da siehst Du es dann schwarz auf weiß – hast du ketonkörper im Blut, bist Du “drin” auch wenn Du keine ausscheidest. Hast Du keine im Urin und keine im Blut, bist Du nicht drin.

      Übrigens ist der häufigste Fehler von Anfangs-Ketariern der übermäßige Konsum von Milchprodukten, vor allem Milch (enthält 12g Carbs auf 250 ml) aber auch Joghurt usw. das läppert sich, dann das Gemüse drauf und schwupp ist man in einem Bereich, der Probleme mit der Umstellung auf keto erzeugt. Einfach mal kritisch prüfen.

      Viele Grüße
      Anne

      Antworten
  7. Barbara Ausserhofer

    Ich ernähre mich seit geraumer zeit ketogen.beschränke mich auf 30g kh pro tag,eiweiss moderat und jede menge fett.gestern mass ich die blutketonwerte.lag bei 1,5mmol.heut morgen-nüchtern-0,4mmol.sind die werte morgens generell niedrig.oder kanns sein dass nur die ketogenewirkung des kokosoöls gemessen wurde.urinstix haben bei mir nie was angezeigt.mache viel bewegung und sport,kanns daran liegen dass auch die blutketonwerte so niedrig sind?hab erst 2mal werte messen können die eine leichte ketose bedeuten:1,7mmol und eben gestern 1,5.und kann man die ketose auch anhand einer blutglucosemessung betimmen?dass man ab nem bestimmten wert sich in ketose befindet?

    Antworten
  8. Tilo Müller

    Hallo Anne,

    Zunächst vielen Dank für die vielen nützlichen Infos!!!!!!

    Ich habe ein Problem: Wie soll ich mein Körpergewicht halten, um Muskelmasse zu schonen, wenn ich bei 90 Kg. Körpergewicht mindestens ein halbes Kilo Fleisch (100g Put=18g EW) essen müsste, um auf 140 g reines Eiweis (1,5×90) zu kommen? Weiteres Problem: Der hohe Eiweißverzehr lockt ebenfalls Insulin?! Würde ich das optimale Verhältnis von EW zu Fett mit 20%/80% anwenden, würde ich auf vielzuviel Fett kommen, bzw. Kalorien, sodass der Körper sein eigenes Fett ganicht abbauen müsste? Ich habe 1,2 Kg abgenommen innerhalb von 2 Tagen, aber auch das ist ja überhaupt nicht positiv, weil der Verlust von 1 g Muskelmasse einen Verlust von 6g Wasser inhäriert. D.h. wenn ich nicht auf meine 149 gr. Eiweiß pro Tag komme, verliere ich zwar ein Haufen Gewicht (Muskelmasse+Wasser), aber kaum Fett? Die letzten drei Jahre habe ich phantastisch Gewicht verloren – mal bis zu 75 Kg, aber mein Fettbauch ist bis auf kleine Veränderungen unverändert geblieben!
    Zwar sind MCTs sehr gut zu verdauen, doch wenn sie am Ende auf den Sticks ein falsches Ergebnis vortäuschen, ist das eigentlich auch nicht praktikabel?

    LG
    Tilo

    Antworten
  9. Ann Kristina

    Hallo liebe Anne,
    vielen Dank für das tolle und aufklärende Video! Bist mir echt sehr sympathisch.
    Ich habe allerdings noch 1-2 Fragen:
    – Kannst du ein Blutzuckermessgerät empfehlen? (das in deinem Blogtext ist momentan nämlich nicht verfügbar)
    – Wie kann man seine Ernährung nach 4-6 Wochen der ketogenen Ernährung gestalten, wenn man sein Gewicht halten möchte? Was findest du, macht da Sinn?

    Ich dank dir für deine Antworten! Bleib so, wie du bist und liebe Grüße,
    Ann Kristina

    Antworten
  10. anna maron

    sehr interessanter Artikel! Vor allem zeigt er auf wie wichtig Ketone insgesamt bei einer Diät sind. Das wird zumeist unterschätzt!

    Antworten

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Processed with Moldiv

Ich bin Anne Engel aka Bella Lamour. Ich blogge und youtube über das Abnehmen, Beauty und Bücher. 2007 habe ich mehr als 260 Kilo gewogen und habe mich seit damals mehr als halbiert! Im Netz teile ich meine Erfahrungen und versuche, anderen Abnehmverrückten bei ihrem Weg zu helfen. Unter dem Pseudonym Bella Lamour veröffentliche ich spannende und erotische Romane, die sich häufig unter den Amazon Bestsellern tummeln.

Blog sortieren

Blog via E-Mail abonnieren

Gib Deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Top Beiträge & Seiten

Powered by WishList Member - Membership Software