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Warum Du mit Sport nicht abnehmen kannst – und irgendwie doch (Übergewicht heilen)

Warum Du mit Sport nicht abnehmen kannst – und irgendwie doch (Übergewicht heilen)

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Abnehmen mit Sport – oder noch konkreter, Abnehmen DURCH Sport wird immer wieder als DIE Methode beworben, um überflüssige Pfunde loszuwerden. Dennoch ist eine Suchanfrage auf google besonders häufig gestellt: Abnehmen ohne Sport. Ich möchte mich heute in diesem Artikel dem Thema widmen, warum Sport nicht beim Abnehmen hilft, wer Sport sogar vermeiden sollte während des Abnehmens und warum dennoch auf lange Sicht jeder Bewegung in seinen Alltag bringen sollte.

Das Thema Sport und Abnehmen ist wohl eines, bei dem ich selbst die meisten Missverständnisse hatte. “Zum Abnehmen musst Du weniger essen und Dich mehr bewegen.” – Kommt Dir diese Aussage bekannt vor? Mir jedenfalls schon. Der Hintergrund dieser Aussage ist das (missverstandene!) Gesetz der Thermodynamik das am Ende eben zu der These kommt, eine Kalorie sei eine Kalorie und man müsse lediglich mehr Kalorien verbrauchen als man isst, um abzunehmen. Das Geheimnis ist angeblich lediglich eine negative Kalorienbilanz zum Abnehmen – und wer zunimmt, hat eine positive Kalorienbilanz und muss aufhören, zu viel zu fressen und immer auf der Couch zu liegen.

Sachlage klar, Fall geschlossen! So zumindest gehen heutzutage immer noch der größte Anteil der Mediziner mit der Problematik um, wenn jemand dick ist. Der “Dicke” ist halt selber schuld, weil er sich ständig was zwischen die Kiemen schiebt und dann faul ist.

Die fiese Fußangel bei dieser Logik ist, dass sie wahnsinnig einleuchtend klingt und dabei dennoch falsch ist, bezogen auf den menschlichen Körper und die biochemischen Vorgänge in dem “Wunderwerk” der Schöpfung. Die eigentlich wahre Aussage zur Kalorienbilanz lautet so: Eine verbrannte Kalorie ist eine verbrannte Kalorie. Daran lässt sich nichts rütteln, wenn unser Körper eine Kalorie verbrennt, ist es eine Kalorie gewesen. Eine verzehrte Kalorie ist aber längst nicht eine verzehrte Kalorie.

Keine Angst, das Thema ist in diesem Artikel eigentlich der Sport und nicht die Ernährung, dennoch muss ein wenig Theorie Rund ums Essen her, um zu verstehen, wofür Sport gut ist und warum man mit Sport allein nicht abnehmen kann.

Es wird sogar noch komplizierter: eine von mir verzehrte Kalorie ist noch längst nicht das gleiche, wie eine von Dir verzehrte Kalorie. Unsere Körper reagieren je nach genetischer und epigenetischer Voraussetzung ganz unterschiedlich auf einen typischen Nahrungsbestandteil: Kohlenhydrate. Wer sehr kohlenhydrattolerant ist, wird keine Probleme haben mit Übergewicht. Jedoch sind wir als Menschheit erst etwa 10 000 Jahre durch den Beginn des Ackerbaus ständig mit großen Mengen Kohlenhydraten konfrontiert während wir diese sonst nur in kurzen natürlichen Erntezeiten wild wachsender Pflanzen hatten und uns ansonsten auf Basis von Eiweiß und Fetten ernährt haben. Auch die Milch kam erst ungefähr vor 10 000 Jahren hinzu. Laktoseintoleranz und Glutenintoleranz sind bekannte Beispiele, in denen die Anpassung an die neue “Umgebung” deutlich erkennbar noch nicht vorhanden ist. Genauso besteht diese Problematik für einen großen Teil der Menschen in Bezug auf Kohlenhydrate. Es ist keine Anpassung an die erhöhte und ganzjährige Zufuhr gegeben, was zu Problemen mit dem Stoffwechsel führt.

Etwa 40% der (noch) Schlanken und 80% der Menschen mit Übergewicht haben laut Dr. Lustig (Sugar – The bitter truth & Fat Chance) Varianten unterschiedlicher Schweregrade des metabolischen Syndroms. Die Hauptschuld daran sieht er beim Zucker in unserer Nahrung und er erklärt, wie der Zuckerkonsum schon bei den “Kleinsten” dazu führt, dass die Biochemie unseres Körpers verändert wird mit der Folge von Insulinresistenz und Leptinresistenz. Hier beginnt dann das wachsende Übergewicht durch eine Verschiebung in der körpereigenen Kommunikation zwischen Energiereserven und Gehirn: durch diese Verschiebung im körpereigenen Hormongewitter bekommt das Gehirn das Sättigungssignal nicht mehr, es bekommt keine Information mehr darüber, ob genug Energie gespeichert wurde. Das Gehirn interpretiert diesen Zustand als “verhungern” – und genau hier beginnt das, was “alle” immer über Dicke behaupten: Völlerei und Trägheit. Das Gehirn geht vom “Verhungern” aus und ergreift Maßnahmen gegen das Verhungern. Es schüttet verstärkt Hormone aus, die uns Hungrig und gestresst machen (Ghrelin und Cortisol) und Insulin, um jedes bisschen gegessene Energie als Fett zu speichern. Gleichzeitig wird der Antrieb gehemmt, also wird der Mensch sprichwörtlich auf “träge” eingestellt, um die verbrauchte Energie zu senken. Das macht für das Gehirn Sinn, schließlich “verhungert” seiner Meinung nach der Mensch gerade, selbst wenn dieser vor einer Stunde ein riesen Frühstück mit Brötchen, Latte Macciato und Co hatte oder meinetwegen ein Big Mac Menü bei Mc Doof.

Völlerei und Trägheit führen also nicht zu Übergewicht bzw. zum Dick werden sondern es ist eigentlich genau anders herum: weil unser Körper auf Grund des angenommenen Hungerzustands auf Fett speichern umgestellt hat, treibt er uns zum Essen an und lähmt jede Form von Antrieb. Das schlimme daran ist, dass jemand mit einer starken Intoleranz auf Kohlenhydrate selbst dann noch zunehmen kann, wenn er nur 500 kcal am Tag isst, wenn diese zu viele Kohlenhydrate enthalten. Wie viel “zu viel” ist, ist unterschiedlich. Beispiel: Ich bin sehr empfindlich auf Carbs und muss zum Gewicht halten unter 40 g am Tag bleiben, zum Abnehmen maximal auf 25 g netto Carbs am Tag kommen. Und das Zunehmen funktioniert dann unabhängig von der verzehrten Kalorienmenge, mein Körper verursacht mir bei zu “wenig” eben Depression, Trägheit und fast unerträglichen Heißhunger. Und selbst wenn ich gegen alles ankämpfen würde und weiter vernünftig esse und mich regelmäßig bewege, dann würde ich zunehmen. Es würde mir zunehmend schlechter gehen, je weniger Kalorien ich esse. Irgendwann wäre dann der Druck zu groß, dieses “Verhungern” des Gehirns ist nicht willentlich beherrschbar, irgendwann nach ein paar Tagen oder sogar Wochen Entbehrungen und Kampf knickt jeder ein. Das ist auch der Grund, warum viele Menschen trotz allerbester Vorsätze früher oder später an Diäten scheitern. Die Tür der individuellen Reaktion auf Kalorien schwingt auch in die andere Richtung. Umgekehrt kann ich nämlich mittlerweile mit einer fettreichen Ernährung mit normaler Eiweißmenge und maximal 25 g Kohlenhydraten am Tag auch dann noch abnehmen, wenn ich 4000 Kalorien am Tag verzehre.

Eine Kalorie ist eine Kalorie? Es kommt nur auf die Kalorienbilanz an, um abzunehmen?

Das wissen wir nun genau: kannste knicken. Das stimmt so einfach nicht. Angenommen, Du veränderst nichts an Deiner Ernährung – Dein Übergewicht bezeugt jedoch glaubhaft, dass Du bis zu einem gewissen Grad (also von leicht bis schwer) kohlenhydratintolerant bist, dann passiert durch die reine Aufnahme von Sport zunächst erst Mal, dass Dein Körper seine verbrauchte Energie noch weiter herunter regelt weil er jetzt nicht nur verhungert sondern auch noch scheinbar auf einer anstrengenden Jagd ist. Dazu kommen dann noch gute Vorsätze für schnellen Fettabbau: erst Sport, dann auf eine Mahlzeit verzichten. Hab ich auch oft gemacht und dachte, es macht mich schlanker. Jetzt, wo wir vom Gehirn wissen was von totalem Verhungern ausgeht wegen der gestörten Biochemie wissen wir, dass folgende Information beim Gehirn ankommen: so eine Scheiße, wir verhungern und jetzt gehen wir auch noch auf die Jagd und fangen nichts. Die Zeiten müssen richtig schlecht sein, also lass uns noch weniger Energie verbrauchen. Das ist jetzt mal so ganz grob beschrieben, die darunter liegenden Vorgänge sind natürlich viel komplexer. Das Endergebnis ist, dass die Fettspeicherung noch Mal erhöht wird (noch mehr Insulin = noch mehr Last für die Bauchspeicheldrüse + noch stärkere Insulinsresistenz der Zellen = noch mehr verhungertes Gehirn…) und Hunger und Stresshormone noch länger im System sind und nach Mahlzeiten nur ganz langsam absinken (teilweise kaum noch) d.h. der Hunger bleibt ständig, ständig denken wir an essen, suchen nach Essen und essen zu viel, weil wir nicht satt werden. Es wird zusätzlich immer schwerer, sich überhaupt noch zum Sport zu schleppen – manchmal wird es so schlimm, das tägliche Aufgaben kaum noch bewältigt werden können, dass der Mensch ständig müde, unausgeglichen ist und eine “ungewollte” Essenssünde nach der nächsten passiert. Hier finden wir nicht nur den Grund, warum sich viele Menschen in Fitnesscentern anmelden um dann nach einigen Trainingseinheiten nicht mehr hin zu gehen. Nicht weil es dort schrecklich ist, nicht weil das Training zu anstrengend ist sondern weil irgendwie die Energie fehlt, man fühlt sich dann wie ein Ballon, aus dem langsam die Luft entweicht (und der leider sein Fett behält).

Tja, und dann geht man ins Internet und gibt in die Suchmaschine die magischen Worte ein “Abnehmen ohne Sport”. Man glaubt in dem Moment, selbst faul zu sein oder redet sich ggf. ein, einfach keine Zeit für Sport zu haben und deshalb ginge es nicht anders. Manche zerfleischen sich sogar selbst für ihre scheinbare “Faulheit” weil sie nicht wissen, dass es nicht ihre eigene Entscheidung, ihr freier Wille ist, diese Trägheit in sich zu tragen sondern die geballte Ladung chemischer Fehlkommunikation im Körper die schlicht auf Grund einer Nahrungsmittelintoleranz ausgelöst wurde (sofern weitere Erkrankungen beispielsweise der Hypophyse ausgeschlossen sind).

Mit “Abnehmen ohne Sport” googeln wir unbewusst aber auch irgendwie nach der richtigen Lösung für den Anfang.

Sport ist nicht wirklich eine gute Idee, bevor das Grundproblem im Griff ist!

Es sollte also immer ganz vorne stehen, die eigentliche Ursache zu beseitigen, die den Körper dazu gebracht hat, Kalorien als Fett zu speichern (und zwar auch die aus Kohlenhydraten!). Ganz oben auf der “To-Do” Liste muss stehen, die Leptinempfindlichkeit des Gehirn wieder herzustellen, also gewissermaßen muss das Gehirn wieder die Nachricht vom Körper bekommen, dass reichlich Energiespeicher vorhanden sind und keine Nahrungsaufnahme nötig ist. Passiert das, verschwinden alle Gelüste auf nimmer Wiedersehen. Ernsthaft, sogar das emotionale Essen – oder emotional eating – es ist nicht existent, sobald das Gehirn den wahren Energiestatus seines Körpers wieder erkennt. Dr. Kruse hat dazu ein Leptin Reset Programm entwickelt, also eine Anleitung im Internet (HIER; englisch) , die er in seinem Buch noch genauer beschreibt (Epi Paleo RX). Während der “Reparatur” dieses Kommunikationssystems des Gehirns wird intensiver Sport nicht empfohlen, am besten ist es, sich komplett zurück zu halten. Das Programm besteht aus relativ einfachen aber logischen Schritten, grob: spätestens eine halbe Stunde nach dem Aufwachen ein Eiweißreiches Frühstück (mindestens 50 g Eiweiß), zum Abnehmen maximal 25 g Kohlenhydrate am ganzen Tag!, Fett so viel wie gewünscht. 3 Mahlzeiten am Tag jeweils mindestens 4-5 Stunden Abstand und letzte Mahlzeit mindestens 4 Std. vor dem Schlafen, keine Snacks (auch keine kalorienhaltigen Getränke z-B Kaffee mit Milch). Die Ernährung ist an Paleo angelehnt und folgt einer Milchfreien Richtung. Außer Butter sind alle Milchprodukte tabu. Nach Möglichkeit soll der Tagesrhytmus an den Wechsel von Tag und Nacht angepasst sein, d.h. aufstehen mit der aufgehenden Sonne, ins Bett gehen mit dem nachlassenden Licht. Bei Dämmerung sofort alles so dunkel wie möglich machen und mindestens 1 Stunde vor dem Schlafen vor TV, Handylicht etc. schützen. Mindestens 8-9 Stunden Schlaf pro Nacht. So funky gerade diese Schlaf-Vorschriften und die Zeitvorgaben sein mögen (mit den Abständen zwischen den Mahlzeiten, den 30 Minuten nach dem Aufwachen etc.) – unser Hormonsystem ist fest an diese Tagesrhytmik geknüpft und erholt sich am schnellsten, wenn der Biorhytmus korregiert wird. Deshalb dauert es für Menschen mit Schichtdienst wesentlich länger, um wieder leptinempfindlich zu werden und es ist auf Dauer ein größerer Verzicht auf Kohlenhydrate notwendig, natürlich abhängig von der eigenen Toleranzsschwelle. Die andere Möglichkeit, die Rückkehr der Leptinempfindlichkeit zu verzögern ist Sport während der Reset Phase. Man muss zwar nicht liegen und sich nicht bewegen, aber übertreiben sollte man nichts. Diese Phase kann je nach Grad der Resistenz kurz sein oder Monate dauern. Bei mir war die Umstellung auf Ketose recht zügig – die Leptinempfindlichkeit war messbar verbessert nach acht Wochen obwohl ich trotzdem recht viel mit meinem Hund gelaufen bin bzw. Dreirad gefahren bin. Das ist allerdings meine tägliche Beschäftigung seit Jahren – aus diesem Grund denke ich zählt es nicht als Sport weil ich es gewohnt bin.

Sport kommt zurück, sobald Du von der Ursache geheilt bist

Sobald die Anzeichen von Leptinempfindlichkeit da sind, ist dann Sport wieder eine sehr gute Idee und unbedingt hilfreich auf dem Weg zum Abnehmen. Auf Jacks Seite oder im Buch findest Du alle Infos, welche Zeichen das genau sind. Ich will hier das wichtigste überhaupt erwähnen, weil ich es für mich persönlich als die größte Erleichterung in meinem Leben als “Dicke” empfinde: die totale Abwesenheit von Essgelüsten, Essenssucherei, Emotionalem Essen. Es macht mir nichts aus, durch die Süßigkeitenabteilung zu gehen – krieg davon nicht mal Appetit. Sonst hab ich mich schwer beherrschen müssen und wehe, da lag etwas neues im Regal. War ein harter Kampf, den ich öfter auch verloren habe. Diese Zeiten sind vorbei. Die Sättigung bei Mahlzeiten ist realtiv zügig und dermaßen erleichternd. Ich habe keinen vollen Bauch mehr, also dieses Druckgefühl – die Sättigung setzt wesentlich eher ein, bevor ich denke ich platze gleich. Schlemmtage brauch ich nicht mehr. In den ganzen Monaten seit dem Beginn meines Leptin Resets habe ich einen einzigen Schlemmtag gemacht. Ich hatte mir nicht verboten zu schlemmen, es hat sich nur in der ganzen Zeit keine weitere Gelegenheit ergeben, die es mir Wert war, mein Programm zu brechen. Es ist eine große Befreiung und jetzt, wo ich mich so fühle, habe ich gleich noch weniger Interesse an irgendwelchen Lebensmitteln aus der “alten” Welt. Kein Getreideprodukt, kein Zucker, keine Eiscreme kann so gut schmecken, wie komplett ohne dieses treibende, hungrige “Biest” in mir zu leben, dass ich vorher jahrelang lediglich mit meiner Willenskraft bezwungen habe. Das immerhin mit Erfolg – der riesen Gewichtsverlust sagt das ja. Aber entspannter bin ich jetzt.

Sobald das Gehirn den Energiestatus des Körpers sieht – wie in meinem Fall “Boah wir sind ja gut versorgt für die nächsten 16 Monate wenn es nix zu essen gibt” , dann verändert sich die Umgehensweise des Körpers mit dem Essen. Das bedeutet, Dein Grund- und Leistungsumsatz steigt wieder, Du hast jetzt sehr oft warme Hände und Füße und manchmal geradezu “Hitzewallungen”. Die Lust auf Action steigt, von Natur aus wirst Du Dich mehr bewegen, aktiver sein – weil Dein Körper nicht mehr die Info sendet “leg Dich bloß auf die Couch, wir haben keine Energie übrig”. Jetzt ist auch die Phase, in der Sport unbedingt positiv ist und in irgendeiner Art Teil des Lebens sein sollte. Das wird Dir in der Regel nicht schwer fallen weil Du im wahrsten Sinne des Wortes die Energie übrig ist. Körperliche Arbeit (zum Beispiel im Garten o.Ä.) zählt auch mit.Es ist wirklich so, sobald die Leptinproblematik überwunden ist, hast Du kein Motivationsproblem mehr damit, irgendwas zu tun! Gib Dir also Zeit, wenn Du noch “Abnehmen ohne Sport” googelst, Dein Grundproblem zu lösen und kümmere Dich danach um die Bewegung.

Warum ist Sport jetzt gut?

Zunächst mal verbessert sich die Empfindlichkeit von Leber und Muskulatur auf Insulin durch sportliche Aktivität. Das verbessert Deine Ausgangslage noch etwas mehr. Jetzt kannst Du auch den Fettabbau am Bauch (das vizerale Fett – das ist das gefährliche Fett!) durch Sport antreiben, am geeignetsten sind alle Sportarten, die effektiv Muskeln aufbauen. Diese werden nämlich auf Kosten des Bauchfetts aufgebaut. Der Nachteil ist die höhere Dichte der Muskulatur und in dem Zusammenhang das ernüchternde Erlebnis, wenn Du die Waage zur Erfolgskontrolle benutzt. Die wird nämlich nicht unbedingt zeitnah Erfolge zeigen. Dafür verrät das Maßband ziemlich eindeutig, ob “böses” Fett verschwunden ist – trotz gleichen Gewichts passt die Kleidung besser, man wird gesünder. Mehr Muskeln heißt auch mehr Mitochondrien. Mitochondrien kennt der ein oder andere vielleicht noch aus der Biologie: das sind die Kraftwerke der Zellen, die Energieverbraucher. Du kannst also tatsächlich durch mehr Muckis Deinen Tagesumsatz anheben und damit Deinen Stoffwechsel auf Hochtouren bringen. Damit ist die Chance auf schnelleren Fettabbau zumindest gegeben – und das unabhängig von einer Kalorienbilanz. Das subkutane Fett mag unserem Auge nicht gefallen (Po, Schenkel etc.) aber nur das am Bauch und um die Organe ist lebensbedrohlich, deshalb macht es Sinn, das durch Training zu minimieren – und das ist auch zum Glück das Fett, was am leichtesten abgebaut werden kann.

Es gilt also: die Biochemie des Körpers entscheidet darüber, ob wir überschüssige Energie zum Beispiel als Wärme abgeben oder durch gesteigerte Aktivität verbrauchen ODER diese als Fett speichern. Das ist keine willentliche Entscheidung sondern eine Entscheidung, die auf Basis unserer eigenen genetischen/epigenetischen Programmierung in Zusammenarbeit mit den Umweltbedingungen getroffen wird. Und genau das ist also unsere wichtige Aufgabe: herausfinden, wie wir persönlich am besten funktionieren. Dazu kann es keine allgemein Empfehlung geben, kein einfaches Protokoll oder einen Diätplan für alle. Die gute Nachricht: das Suchen ist gar nicht Mal so schwer, wenn man erst die richtigen Fäden in der Hand hält. Ich musste nach diesen Fäden eine ganze Weile suchen, Ihr bekommt sie hier von mir und könnt Euch den langen Weg der Recherche etwas abkürzen.

Los geht`s also, werden wir weiter schlank. Und vergessen nicht: Abnehmen ohne Sport ist manchmal sinnvoll, Abnehmen mit Sport auch. Man muss einfach nur wissen, wo man gerade steht um das richtige für sich persönlich zu tun.

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7 Comments

  1. Luisa

    noch nie so einen schlechten Artikel von dir gelesen. Sport als was schlechtes zu propagieren geht mal gar nicht.

    Komisch, dass du früher auch total viel Sport gemacht hast.

    Antworten
    • Anne

      Liebe Luisa,

      Hier stellt sich die Frage: ist der Artikel schlecht oder ist die darin enthaltene Wahrheit nur etwas, was Du nicht hören willst? Zusätzlich erscheint es mir, als hast Du nach der Hälfte des Artikels zu lesen aufgehört denn da steht drin, wie gut und wichtig Sport ist.

      Es ist möglicherweise hilfreich, wenn Du Dich mit den Arbeiten von Professor Lustig und Dr. Jack Kruse etwas eingehender beschäftigst, um zu verstehen, dass es nicht darum geht, keinen Sport zu machen sondern dass es darum geht, den richtigen Zeitpunkt zu wählen und dann realistische Erwartungen zu haben.

      Ich mache immer noch viel Sport – sicher nicht mehr 12 Stunden die Woche aber immerhin komme ich auf 3 intensive Krafttrainingseinheiten und meine täglichen 2-3 Stunden leichte bis mittlere Bewegung zu Fuß oder mit dem Fahrrad mit Hund, die ich nicht als Sport rechne. Für die Zeit der Umstellung habe ich zurück gesteckt auf Dr. Kruses Empfehlung und es war gut so, das Ergebnis gibt mir recht.

      Es ist sehr schade, dass Du diesen Artikel nicht genau gelesen hast und somit eine ganz andere Info gelesen hast, als jene, die in den Zeilen steckt.

      Liebe Grüsse
      Anne

      Antworten
      • Renate

        Ich hab das mit dem Abnehmen ohne Sport eher unfreiwillig gemacht, da ich derzeit keinen Sport bzw. nicht meinen Lieblingssport ausüben kann. Ich habe Paleo-low-carb (ohne zu zählen) und nur nach meinem Appetit / Hungergefühl gegessen und in 2 Monaten 8 kg abgenommen. Das Paleo RX Buch habe ich auch gelesen, so wie viele andere zum Thema Paleo & Abnehmen. Es scheint bei vielen (amerikanischen) Ernährungsberatern und Ärzten Konsens zu geben, was das Thema Sport und Abnehmen bzw. die Leptin-Thematik anbelangt. Auch kann Sport zu einer Stressreaktion im Körper führen, was wiederum einen Abnahmestopp zur Folge haben kann. Und auch mein Boxtrainer hat mich immer davor gewarnt, zu viel zu machen – das wusste er aber wohl eher aus Erfahrung bzw. aus Beobachtung denn aus wissenschaftlichen Gründen. Wichtig ist, immer auf den eigenen Körper zu hören und sich nicht zum Sport zu quälen.

        Antworten
  2. Hilde

    Hallo Anne,
    toller Artikel, viele Infos. Ich mach schon immer Sport, aber so wirklich davon abnehmen tue ich nicht. Jedoch mach ich Sport weil ich Lust habe mich zu bewegen
    Ich fahr einfach mal meine Kohlenhydrate runter und schau mal was so passiert….

    Antworten
  3. Mustafa

    Hey.
    Ja leider sind die Menschen heute sehr faul… ist leider so ;)!!!
    Sie wollen den EINFACHSTEN Weg bestreiten und gleichzeitig den EFFEKTIVSTEN.
    Mit meine Erfahrungen als Sportler, kann ich sagen, das der Erfolg ca.84% von der Ernährung abhängt.

    LG Musti

    Antworten
  4. Taubich

    Der Artikel ist super! Genau den Effekt, der hier beschrieben ist, habe ich dieses Jahr an mir selber erlebt!

    Antworten
  5. Michael

    Hallo Anne,

    Du bringst es auf den Punkt, solange das Grundproblem nicht gelöst ist, bringt Sport erst einmal wenig bis gar nichts.

    Ich habe mich daher eher für Bewegung, z.B. kurze, mittlere und lange und entspannte Spaziergänge, entschieden. Ich bin tolerant mit mir, denn die Kilos, die ich wieder verlieren möchte, sind ja auch nicht über Nacht gekommen. Steter Tropfen hölt den Stein.

    Ich versuche mich dem Thema mit Achtsamkeit, Großzügigkeit mir selbst gegenüber und Gelassenheit zu nähern.

    LG Michael

    Antworten

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Ich bin Anne Engel aka Bella Lamour. Ich blogge und youtube über das Abnehmen, Beauty und Bücher. 2007 habe ich mehr als 260 Kilo gewogen und habe mich seit damals mehr als halbiert! Im Netz teile ich meine Erfahrungen und versuche, anderen Abnehmverrückten bei ihrem Weg zu helfen. Unter dem Pseudonym Bella Lamour veröffentliche ich spannende und erotische Romane, die sich häufig unter den Amazon Bestsellern tummeln.

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